Kommentar (M)ein Traum wird wahr

Heinz Arnold
Heinz Arnold

Sonnenfinsternisse interessieren Donald Trump gar nicht – Mauern schon, und seit Neustem auch die Solarenergie.

Kürzlich hatte ich einen Traum: Mir träumte im Büro so süß, dass Donald Trump eine Mauer errichten möchte, eine Mauer, um den Mond nicht sehen zu müssen, der die Sonne verfinstert, im kommenden Monat und ausgerechnet über den USA – was fällt ihm ein dem Wicht! Also Mauer her! Sie kostet Geld – im Traum aber bezahlten sie die Europäer, weil die sich mit Sonnenfinsternissen auskennen, oder so ähnlich.

Doch Wichte gibt es nicht nur im Weltraum, auch in anderen Ländern, zum Beispiel Mexiko. Die aber sollen lieber nicht in die großgemachte USA kommen – deshalb Mauer. Warum nicht? Hat ja in Deutschland ein paar Jahrzehnte ganz gut funktioniert. Manche wundern sich, warum heute nicht mehr.

An der Grenze zu Mexiko müsste sie auf jeden Fall funktionieren. Problem: Kostet auch Geld. Lösung: Mexiko bezahlt. Problem: Mexiko will nicht und kann nicht. Lösung: Solarenergie. Einfach Panels an die Wand klatschen.  

Noch besser: Es gilt das Trumpsche Proportionalgesetz: Je höher die Mauer, umso mehr Energie produziert sie. Je höher die Mauer, denke ich so vor mich hin … bis zum Mond? Trump jedenfalls ist euphorisch: Über die Energieerzeugung finanziere sich die Mauer selbst, Mexiko habe viel weniger Geld zu bezahlen, je höher, desto weniger.

Mein Traum-Trump war so begeistert über sich und die Mauer im Weltall, dass er sich stürmisch feierte: »Ich bin großartig, ein galaktischer Deal! Ich hab Sonnenfinsternisse abgeschafft. Kein Präsident, kein Mensch vor mir hat das je geschafft. Amerika wird in der Galaxie ...«.

»Tolle Vorstellung – meine Idee«, so feiert der reale Trump seine – galaktische? – Solarenergiemaueridee.

Aus meinem Traum konnte ich aufwachen – vorbei und Feierabend.

Jetzt träume ich nicht. Das ist real und keine Satire.