Branchenforum Batterien & Akkus 2014 Lithium-Polymer erlebt eine Renaissance

Auch wenn der Zukunftsmarkt der PV-Strom-Zwischenspeicherung in Deutschland wohl noch einige Jahre auf sich warten lässt, der Trend zum Batteriebetrieb ist ungebrochen. Batterietechnologie ist sexy geworden, das zeigt auch der in den letzten Jahren massiv ausgebaute Hochschulsektor im Bereich Elektrochemie.

Besser und nachhaltiger als im Vorjahr, so beschreiben die Teilnehmer der Diskussionsrunde »Aktuelle Trends und Entwicklungen im Batterie-und Akku-Bereich« die wirtschaftliche Situation des deutschen Batteriemarktes. »Unsere Auftragsbücher sind gefüllt und wir registrieren nach wie vor steigenden Bedarf, vor allem auch im Pack-Business«, schildert etwa Andreas Schmidt, Registered Manager bei Omnitron Griese, die Entwicklung der letzten Monate.

»Ich kann nicht behaupten, dass es uns schlecht geht«, versichert denn auch Oliver Sonnemann, Sales & Marketing Director bei Panasonic Industrial Devices, »das Wachstum findet aber nicht nur bei Lithium-Ionen statt, sondern verteilt sich auf eine Vielzahl unterschiedlicher Anwendungen sowie Batterie- und Akku-Produkte. So verweist er beispielsweise auf Primärbatterielösungen für den Smart Metering Bereich. »Letztlich werden Verdunstungsröhrchen zur Heizkosten-Ermittlung über kurz oder lang verboten werden«, erläutert Sonnemann, »dazu kommen gesetzliche Vorgaben hinsichtlich Rauchmelder, E-Call oder auch Reifendruckmessung, die das Geschäft mittel- und langfristig befeuern werden«.

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Stimmen vom Branchenforum »Batterien und Akkus«

Auf dem diesjährigen Branchenforum »Batterien und Akkus« wurde deutlich: Lithium-Polymer erlebt eine Renaissance!

Produktionskapazitäten ausgelastet

Sonnemann verweist aber auch darauf, dass die existierenden Produktionskapazitäten nahezu voll ausgelastet sind, »mit Preisreduzierungen ist deshalb wohl in absehbarer Zeit nicht zu rechnen«. Bei Panasonic werden darum verschiedene Szenarien durchgespielt: Wo lassen sich existierende Produktionsstätten noch erweitern? Macht es Sinn, Produktionen, die im Rahmen der Übernahme von Sanyo durch Panasonic geschlossen wurden, wieder zu beleben?

Beim Thema Kapazitätsaufbau sind nach Einschätzung von Dr. Jürgen Heydecke, Gründer und Managing Director der Batteries and Power Solutions, »auch die großen Chinesen wie BYD und China BAK Batteries sehr gut dabei«. Dazu kommt, dass auch mittlere Unternehmen in China, mit Produktionen von 40 bis 100 Mio. Zellen, ihre Fertigungskapazitäten konsequent ausbauen. Bezogen auf das eigene Unternehmen bringt er zum Ausdruck, zufriedener als im letzten Jahr zu sein: »Wir profitieren vor allem von der Steigerung im Automobil-Bereich und da geht es in erster Linie um Applikationen wie Toll-Collecting, Mautsysteme, oder Stolen-Vehicle-Tracking, aber auch um die Intergration neuer Multisysteme ins Auto«.

Rainer Hald, CTO der Varta Microbattery, registriert am Markt vor allem eine starke Nachfrage bezüglich Lithium-Primär-Batterien für Metering-Applikationen, »wir haben aber auch eine starke Nachfrage nach Lithium-Ionen-Zellen für den Einsatz in Bluetooth Stereo-Headsets, hier haben wir eine Jahreskapazität von 10 Millionen Zellen geschaffen«. Dazu, dass Varta Microbattery wie im Vorjahr auch 2014 seine EBIT-Ziele schafft, wird sicherlich auch wieder der Bereich Hörgerätebatterien beitragen, in dem das Unternehmen inzwischen über eine Produktionskapazität von rund 1 Mrd. Zellen verfügt. »Für das laufende Geschäftsjahr«, so Hald, »streben wir eine Steigerungsrate von 8 Prozent an«.

Ein Wachstum im zweistelligen Bereich erwartet Joachim Hennecke, Sales & Distribution Key Account Manager, beim Batteriekonfektionär BMZ. Verantwortlich dafür sind nicht nur der Bedarfszuwachs bei existierenden Kunden, sondern auch eine Reihe von neuen Applikationen, die, bezogen auf die Größe der verwendeten Batterielösungen, etwas über das hinausgehen, was die BMZ bisher getan hat. In diesem Zusammenhang verweist Hennecke auf Batterielösungen etwa für Flurförder- und Lieferfahrzeuge. Auch im Bereich Storage ist BMZ als Lieferant für eine Reihe namhafter Unternehmen als Batterie-Lieferant tätig. Das damit verbundene Wachstum des Unternehmens hat Konsequenzen: So werden in den nächsten Jahren nach Auskunft von Hennecke in Deutschland, Polen und China zusätzliche Produktionskapazitäten von 55.000 m2 geschaffen. Darüber hinaus steht das Unternehmen in den USA kurz vor der Eröffnung einer Produktionsstätte.