Mit der Übernahme von Marschner expandiert Tabuchi Electric nach Europa Kundenspezifische Stromversorgungen im Blick

Mit der Übernahme von Marschner schafft sich Tabuchi Electric, einer der Großen unter Japans Trafo- und Stromversorgungsspezialisten, eine etablierte Vertriebsbasis in Europa.

Als im September 2015 Tabuchi Electric und Marschner den Abschluss einer strategischen Partnerschaft bekannt gaben, war das der Schlusspunkt eines mehrmonatigen Prozesses. Begonnen hatte er, als das Tabuchi-Management Ende 2014 entschied, in Zukunft mit einer eigenen Niederlassung auf dem europäischen Markt aktiv zu werden. In der Folgezeit sondierten die Japaner den Markt. Ihr Ziel war die Übernahme eines etablierten europäischen Herstellers im Transformatorbereich.

Im Februar 2015 ergab sich dann ein erster Kontakt mit Maschner in Wehingen. Dort beschäftigte man sich mit der Frage des Übergangs in die nächste Generation und war auf der Suche nach einem Partner, »der dieselben Ideale wie wir verkörpert, Sicherheit für unsere Mitarbeiter bietet und Kontinuität für unsere Kunden«, beschreibt Hermann Springindschmitten, CEO von Marschner, das Anforderungsprofil, »und das natürlich alles ohne Kompromisse bei der Produktqualität!«

Letztendlich passte es für beide Seiten, und die Japaner übernahmen Marschner mehrheitlich. Der mittelständische, vor gut 40 Jahren gegründete Spezialist für Transformatoren und Netzgeräte aus der Heubergregion mit seinen rund 50 Mitarbeitern ist nun Bestandteil der 1925 in Osaka gegründeten Tabuchi Electric. Mit seinen knapp 3500 Mitarbeitern erzielte das Unternehmen im letzten Geschäftsjahr (2014) einen Umsatz von 394 Millionen Euro.

Daichi Harada, ein langjähriger Mitarbeiter von Tabuchi Electric, der dort bislang als Manager der Automotive Business Division für Sales and Marketing zuständig war, bildet jetzt mit Springindschmitten, dem CEO der nun als Marschner Tabuchi Electric firmierenden Firma, das Führungsduo des neuen Unternehmens. Harada macht klar, wie wichtig die technische Kompetenz und die Produktionserfahrung von Marschner für die Übernahmeentscheidung waren: »Wir sind zwar bereits seit 2013 auch in Nordamerika aktiv, aber das sind reine Verkaufsniederlassungen. In Europa streben wir hingegen den Aufbau intensiver Beziehungen zu Industriekunden aus den verschiedensten Anwendungsbereichen an.«

Für Springindschmitten eröffnet diese Konstellation ganz neue Möglichkeiten: »Die internationale Präsenz wird in Zukunft einen ganz wichtigen Schlüssel für den Erfolg des Unternehmens darstellen, und die Zusammenarbeit mit Tabuchi eröffnet uns auch ganz andere Möglichkeiten im Bereich der Entwicklung. Zu unseren lokalen Entwicklungsressourcen kommen nun weltweit mehr als 300 Ingenieure und Techniker hinzu«.

Neben der idealen regionalen Ergänzung passt es auch im Produktbereich. »Unsere Stärke liegt vor allem bei 50/60-Hz-Transformatoren«, erläutert Springindschmitten, »Tabuchi Electric ist bekannt für die Entwicklung kundenspezifischer Transformatoren, speziell für Hochfrequenztransformatoren«. High-Voltage-Transformatoren, Drosseln und Spulen erweitern nun das bisherige Marschner-Angebot deutlich. »Damit können wir Kunden ganzheitliche Lösungen für ein sehr großes Produktspektrum anbieten, von der Entwicklung bis hin zur Serienproduktion«, betont Springindschmitten. »Produziert werden die in Europa entwickelten 50/60-Hz-Transformatoren dabei weiterhin bei unseren Produktionspartnern in der Türkei. Das erweiterte Produktprogramm kommt zukünftig aus den Fabriken in Vietnam, China, Thailand und Japan.«