Solid State RF Energy für Motoren HF-Zündsysteme geben Mini-BHKWs Schwung

Prof. Holger Heuermann, FH Aachen: »Mit dem Einsatz von Zündsystemen auf Basis von RF Energy ließen sich der Kraftstoffverbrauch und der Schadstoffausstoß deutlich senken: Ein Ottomotor mit dem Wirkungsgrad eines Dieselmotors wäre möglich.«
Prof. Holger Heuermann, FH Aachen (links): »Es ist heute bereits abzusehen, dass die neuen HF-Zündkerzen in den nächsten Jahren in stationären Motoren eingebaut werden.«

Solid State RF Energy ermöglicht völlig neue Zündsysteme, die sehr viel effizienter und mit weniger Schadstoffausstoß arbeiten. Biogasanlagen und Mini-BHKWs könnten als erste von der neuen Technik profitieren.

»Es ist heute bereits abzusehen, dass die neuen HF-Zündkerzen in den nächsten Jahren in stationären Motoren eingebaut werden«, freut sich Prof. Holger Heuermann von der FH Aachen. Hier könnten sie zeigen, dass sie den Schadstoffausstoße deutlich verringern, zuverlässig arbeiten und für den realen Einsatz geeignet sind. Dann dürften auch die Produktionskosten auf ein Niveau gebracht werden, dass sie auch für den Einsatz in anderen Motoren als eine geeignete Alternative erscheinen lassen.

Denn wer an RF Energy in Zündanlagen denkt, also an die Zündung des Gasgemisches über ein Plasma, das Leistungstransistoren generieren, dem fällt als erstes das Auto ein. Hier kann die neue Technik den Benzinmotor so effizient machen wie den Diesel, Kraftstoffverbrauch und Schadstoffausstoß würden sich verringern – nicht nur um wenige Prozentpunkte, dies wäre ein gewaltiger Sprung nach vorne.

Im Moment befinden sich die RF-Energy-Zündsysteme kurz vor ihrer Einführung in die reale Welt der Motoren. Vielversprechende Prototypen arbeiteten bereits. Laut Prof. Heuermann steht das System kurz vor dem Durchbruch: »Wir hatten 2006 mit der Entwicklung von HF-Zündsystemen begonnen. Aus den ehemals großen und wenig praxistauglichen Machbarkeitsstudien haben wir inzwischen ein sehr gut durchdachtes  Gesamtkonzept entwickelt.« Weil die HF-Zündkerzen mit einer sehr schnellen Ansteuerelektronik aufgebaut seien, ließen sie sich nach dem Einbau fein und flexibel ansteuern, was für den praktischen Einsatz sehr wichtig ist. Zudem seien sie aus wenigen sehr produktionsfreundlichen Komponenten aufgebaut, ließen sich also einfach und relativ preiswert fertigen.

Doch überall, wo es darum geht, einer neuen Technik zum Durchbruch zu verhelfen, stehen am Anfang die hohen Kosten, die mit geringen Stückzahlen untrennbar verbunden sind. Das vorrangige Ziel besteht also im ersten Schritt der Kommerzialisierung darin, einen Markt zu finden, in dem die neuen RF-Energy-Zündkerzen ihre Vorteile trotz eines zunächst höheren Preises voll ausspielen können. Dann wachsen die Stückzahlen und stoßen in Bereiche vor, die sie für den Einsatz in reinen in Autos und Konsumergeräten geeignet machen.