Deutscher Batterie- und Akku-Markt Dynamisches Wachstum - aber nicht in jeder Branche

Von der allgemeinen Eintrübung der konjunkturellen Entwicklung bleibt der deutsche Batterie- und Akku-Markt vorerst verschont. Nach den vielerorts zweistelligen Umsatzzuwächsen dieses Jahres geht die Branche mit ähnlich hohen Erwartungen ins Jahr 2015. Eine Branche sticht besonders hervor.

Offenbar unbeeindruckt von den verschiedenen weltweiten Krisen der letzten Monate entwickelt sich die Nachfrage auf dem deutschen Batterie- und Akku-Markt weiter robust. Erklärt wird das von verschiedenen führenden Anbietern damit, dass sie in erster Linie in Zentraleuropa und in den USA tätig sind. Zwar berichtet Oliver Sonnemann, Sales & Marketing Director Energy Department bei Panasonic, dass die Aufträge aus der Ukraine und Russland ausbleiben, doch habe das bislang kaum Auswirkungen auf das Gesamtgeschäft: »Insgesamt entwickeln sich die Märkte stabil, mit geringem Wachstum.« Daniel Panzini, Director Batteries bei Jauch Quarz, berichtet von Auftragsverschiebungen, »es hat aus diesen Gründen aber bislang keine Stornierungen gegeben«. Ähnlich die Einschätzung von Holger Schuh, Geschäftsführer Saft Deutschland: »Natürlich sehen wir in den Krisenregionen eine gewisse Stagnation, allerdings ist das im Verhältnis zum Gesamtmarkt nur marginal.«

Abgesehen von diesen Facetten sind sich alle befragten Batterie-Spezialisten darin einig, dass die Marktlage in Deutschland weiterhin sehr gut ist. Treibender Motor ist dabei nach wie vor der Trend zu wachsender Mobilität. Während Konsumgüter wie Handys und Tablets sicher zu den weiterhin weltweit wichtigsten Einsatzgebieten zählen, werden für Deutschland und Europa vor allem Smart Metering, Pedelec/E-Bikes, Power-Tools, Automotive-Anwendungen wie e-Call, aber auch Medizinelektroniklösungen und Produkte aus dem Bereich der Weißen Ware, wie batteriebetriebene Staubsauger und Wischroboter, zu den häufigsten Applikationen.

»Der Trend geht zu den geräuschlosen und geruchsfreien Geräten«, so Dr. Jürgen Heydecke, Managing Director Batteries and Power Solutions, »das gilt im Wohnbereich, aber eben auch für Garten-Tools wie Rasenmäher, Laubbläser und Heckenscheren«. Es verwundert darum kaum, dass die Branche der Batteriespezialisten in Deutschland optimistisch ins Jahr 2015 blickt und von einem weiter steigendem Bedarf und Umsatzvolumen ausgeht. So erwartet etwa Sven Bauer, CEO von BMZ, dass klassische Applikationsbereiche wie Power-Tools 2015 etwa um 10 Prozent zulegen, »der E-Bike-Bereich dürfte hingegen vermutlich eher zwischen 20 und 30 Prozent wachsen, weil die Kunden inzwischen verstärkt auch sportliche Fahrräder nachfragen«.

Mit einem Wachstum klar im zweistelligen Bereich rechnet für 2015 auch Thilo Hack, Bereichsleiter Industrie bei Ansmann. Er stützt diese Wachstumserwartungen vor allem auf die Medizinzulassung der Akku-Pack-Produktion nach ISO13485, aber auch auf mehr Nachfrage in den Bereichen Power-Tools und E-Mobility. Ein Marktwachstum von 5 bis 10 Prozent für 2015 sieht Jan Hetzel, Application Engineer bei VRI. Zu den Markttreibern zählt er vor allem den Ausbau von Smart Metering, die gesetzliche Vorschrift zum E-Call in Neuwagen, die Pläne für Mautsysteme und auch den Bereich der elektrischen Gartengeräte.