Der ubiquitäre Musk Die größte Li-Ionen-Batterie der Welt

Der Windpark Hohenstein-Galgenkopf in Hessen.
Die Wette gilt, Tesla klotzt: Eine 100-MW-Li-Ionen-Batterie soll Peakshaving in einem Windpark in Südaustralien durchführen.

100 MW, 129 MWh – diese Parameter soll die größte Li-Ionen-Batterie erreichen, die Tesla in Australien errichten möchte. Und vielleicht sogar umsonst?

In Australien soll sie das Netz stabilisieren, ein Zusammenbruch der Stromversorgung wie 2016 soll sie verhindern. Damals tobte ein Sturm über Südaustralien, der das Netz für drei Tage zusammenbrechen ließ. 1,7 Millionen Einwohner und die Industrie saßen ohne Strom da, nichts ging mehr.

Nun soll die Batterie von Tesla, die dreimal so leistungsfähig ist wie bestehende Systeme, Netzausfälle überbrücken, wie Musk twitterte. Immerhin könnte die Batterie 30.000 Haushalte vorübergehend versorgen.

Sollte es länger dauern als 100 Tagen bis die Batterie fertig ans Netz angeschlossen ist, will Musk sie sogar verschenken. Da würden sich die Regierung von Südaustralien und Neoen freuen. Das französische Unternehmen baut gerade den Windpark  Hornsdale Farm bei Jamestown in Südaustralien, wo die Batterie zum Einsatz kommen soll. Den Preis beziffern Experten auf rund 200 Mio. Dollar.

Normalerweise besteht die Aufgabe der Batterie im Peak-Shaving: Sie speichert die überschüssige Energie, die der Windpark erzeugt,  wenn der Wind weht und wenig Nachfrage herrscht. In windarmen Zeiten mit hoher Nachfrage gibt sie die elektrische Energie ab.  

Tesla hat bereits die bisher größte Li-Ionen-Batterie in Kalifornien installiert, die 80 MWh erreicht und die das Unternehmen in 90 Tagen gebaut hat.

Musk gibt sich zuversichtlich, auch das neu gesetzte Ziel erreichen zu können: Nur einige technische Hürden müssten noch überwunden werden.

Technische Hürden zu überwinden – darin kennt sich Elon Musk aus: 2016 hat Tesla 76.000 Autos ausgeliefert, 2018 sollen es bereits 500.000 sein und 2020 rund 1 Million. Profitabel war das Geschäft bisher nicht. Dennoch katapultierten Anleger die Börsenkapitalisierung von Tesla über die Marke von General Motors. Denn sie halten den visionär Musk für einen neuen Ford des Zeitaltes des Elektroautos, der mit dem Model 3 ein Analogon zur berühmten Tin Lizzy auf den Markt bringen und die Autowelt ein weiteres Mal revolutionieren will. Bis er auf insgesamt mehrere Millionen ausgelieferte Autos und Milliarden-Gewinne wie die etablierten US-Autohersteller kommen kann, dürften allerdings noch technische Hürden zu überwinden sein.

Derweil hat über die letzten Tage die Euphorie der Tesla-Anleger offenbar etwas nachgelassen. Schleppender Absatz und Probleme mit den Sicherheitsniveau der Tesla-Autos hatten zu Kursabschlägen geführt, im Moment scheint bezüglich der Börsenkapitalisierung General Motors wieder die Nase vorne zu haben.

Optionen für Energiespeicher

Doch zurück zu den Batterien für die Speicherung von großen Energiemengen, wie sie zur Stabilisierung des Netzes und zum Peak-Shaving Einsatz finden. Große Firmen wie Siemens, ABB und Schneider Electric tummeln sich in diesem Markt genauso wie kleinere Start-up-Firmen, etwa die die 2005 in Berlin gegründete Younicos, die kürzlich die britische Aggreko für 46 Mio. Euro übernommen hatte. Younicos hat bisher Batteriesysteme mit einer Gesamtkapazität von 200 MW errichtet oder baut sie gerade.

Li-Ionen-Batterien sind nicht die einzigen Techniken, die die Grundlage für solche Großbatterien bilden können. Je nach Anwendungsfall kommen verschiedene Batterietypen, darunter auch Redox-Flow-Typen. Auch an Brennstoffzellen, die speziell für diesen Einsatzzweck gedacht sind, arbeiten verschiedene Hersteller, darunter die britische Gencell.