88 Mrd. Dollar China investiert kräftig in HGÜs

Das HGÜ-Supergrid bildet laut Pierre Bernard, CEO und Chairman of the Board von »Friends of the Supergrid« ein wichtiges Element für die Versorgung Europas mit sauberer Energie.
Das HGÜ-Supergrid bildet laut Pierre Bernard, CEO und Chairman of the Board von »Friends of the Supergrid« ein wichtiges Element für die Versorgung Europas mit sauberer Energie.

China baut die HGÜ-Verbindungen nach dem Motto »klotzen statt kleckern« aus: Insgesamt will State Grid zwischen 2009 und 2020 rund 88 Mrd. Dollar investieren.

Laut einem Bericht des Economist plant State Grid den Bau von 23 Punkt-zu-Punkt-Trassen bis 2030. Außerdem hatte State Grid im März 2016 ein Abkommen mit Rosseti/Rußland, SoftBank/Japan und KEPCO/Korea geschlossen, um langfristig ein asiatisches Supergrid aufzubauen. Zudem ist State Grid auch im Export aktiv und hat den Zuschlag für den Bau der HGÜ-Trasse von Belo Monte nach Rio de Janeiro über 2500 km erhalten.

Im eigenen Land sind HGÜ-Linien bitter nötig. Denn 75 Prozent der Kohlevorkommen befinden sich im Norden und Nordwesten des Landes, vier Fünftel der Wasserkraftanlagen sind im Südwesten angesiedelt. Der größte Teil der Bevölkerung allerdings lebt im Osten, mehr als 2000 km von den Quellen entfernt.

Also müssen über weite Distanzen große Mengen an Energie übertragen werden. Genau dafür sind HGÜs bestens geeignet. Die erste fertig gestellte Trasse aus dem Jahr 2010 überbrückt die Strecke von Staudamm in Xiangjaba nach Shanghai und überträgt nicht weniger als 6 GW. Auf 7,2 GW kommt die 2013 fertig gestellte Trasse von Jinping nach Sunan. Und die Übertragungsleistung steigt weiter: 12 GW bei einer Spannung von 1.100 kV soll die im Bau befindliche Trasse von Changji nach Guquan über 3400 km befördern.Der Economist wirft auch einen Blick auf die  HGÜ-Trasse SüdOstLink, die geplante Gleichstromverbindung zwischen Sachsen-Anhalt und Bayern. Sie wird Wolmirstedt bei Magdeburg mit dem Kraftwerksstandort Isar bei Landshut verbinden. Vorhabenträger für den nördlichen Teil des Projekts ist 50Hertz. Den südlichen, bayerischen Teil verantwortet Übertragungsnetzbetreiber TenneT. Das Projekt hat die EU als »Projekt von gemeinsamem Interesse« eingestuft und damit entscheidend wichtig für die weitere Verbesserung der Versorgungssicherheit und den Ausbau der erneuerbaren Energien auf europäischer Ebene. Boris Schucht, der Chef von 50Hertz, sagte laut Economist, dass sich die Trasse in zehn Jahren von Schweden nach Bayern erstrecken werde. Danach könne sich ein Overlay-HGÜ-Netz in Europa bilden, in dem die Trassen untereinander verbunden seien.

Dann könnte der in der Nordsee produzierte Strom etwa nach Skandinavien geschickt werden, wenn im Süden von Deutschland kein Bedarf besteht, um Wasser in Pumpspeicherwerken hochzupumpen. Der Strom ließe sich bei Bedarf wieder erzeugen und könnte nach Süddeutschland geschickt werden. Generatoren und Speicher können so über große Distanzen europaweit verbunden werden, was die Integration von erneuerbaren Energien vereinfachen und die Versorgungssicherheit erhöhen sollte.

In Europa hat sich die Initiative »Friends of the Supergrid« www.friendsofthesupergrid.eu des Themas HGÜ-Overlay-Netz angenommen.
»Das Supergrid spielt eine grundlegende Rolle für die saubere Energieversorgung Europas und bildet ein notwendiges und unverzichtbares Element für den Aufbau einer Energie-Union«, sagt Pierre Bernard, CEO und Chairman of the Board von »Friends of the Supergrid«.