PoE-Injektoren und eine SmartFab-Box Aus der IT-Umgebung in den rauen Industrieeinsatz

Robuste 4- und 8-Kanal-PoE-Injektoren für Industrieanwendungen, die dem neuen Industriestandard IEEE 802.3bt entsprechen und eine Versorgungsleistung von 100 W pro Kanal ermöglichen, bringt Puls auf den Markt.
Robuste 4- und 8-Kanal-PoE-Injektoren für Industrieanwendungen, die dem neuen Industriestandard IEEE 802.3bt entsprechen und eine Versorgungsleistung von 100 W pro Kanal ermöglichen, bringt Puls auf den Markt.

Puls präsentiert zwei neue Produktideen: So bringt das Unternehmen die ersten 4-und 8-Kanal-PoE-Injektoren für den Industrieeinsatz auf den Markt und mit dem Online-Tool SmartFab-Box ist es möglich, Stromversorgungen unter Realbedingungen auf ihre Energie- und Kosteneffizienz zu prüfen.

Auch im industriellen Umfeld schreitet die Entwicklung der Stromversorgung von netzwerkfähigen Geräten über das Ethernet-Kabel voran. Befeuert wird sie durch den neuen Industriestandard IEEE 802.3bt. Durch ihn wird ab 2018 auch eine Versorgungsleistung von 100 W pro Kanal ermöglicht. PoE wird damit in Zukunft auch für leistungshungrige Anwendungen interessant, für welche die bestehenden Standards mit 15 W (IEEE 802.3af) beziehungsweise 30 W (IEEE 802.3at) pro Kanal bislang nicht gereicht haben. 

Bislang genügen viele PoE-Injektoren jedoch in Sachen Zuverlässigkeit, Langlebigkeit und Effizienz nicht den industriellen Anforderungen. Sie haben ihren Ursprung meist in IT-Anwendungen. Dort herrschen stabile Umgebungsbedingungen und eine gute Netzqualität. Im industriellen Umfeld geht es rauer zu. Dort müssen die Geräte mit schwankenden Netzqualitäten, hohen Temperaturen und Vibrationen zurechtkommen.
Puls reagiert auf diese Entwicklung nun mit der Vorstellung robuster 4- und 8-Kanal-PoE-Injektoren für Industrieanwendungen. Erhältlich sind die Plug-and-Play-Lösungen als eigenständige PoE-Module (PoE-Injektor mit DC-Eingang und 4 oder 8 Kanälen) oder mit einer integrierten High-End-Stromversorgung (PoE-Injektor mit AC-Eingang und 8 Kanälen) auf Basis des CP10.481. 

Da das All-in-One-Gerät direkt ans AC-Netz anschließbar ist, vereinfacht sich der Systemaufbau, mussten bislang doch mindestens zwei Geräte miteinander kombiniert werden. Die zugrunde liegende Stromversorgung CP10.481 steuert einen Wirkungsgrad von 95,5 Prozent und eine Mindestlebensdauer von 109.000 Stunden bei, jeweils bei 230 V AC, Volllast und +40 °C Umgebungstemperatur. Mit einem Temperaturbereich von –25 bis +70 °C (bei 60 °C setzt Derating ein) ist das Gerät für den industriellen Einsatz optimiert. 

Mit integriertem Netzteil benötigt der PoE-Injektor 77 mm auf der DIN-Schiene. Als eigenständiges Modul ohne integrierte Stromversorgung genügen 39 mm. Bislang sind Injektoren mit ein bis maximal vier Kanälen marktüblich. Bei Geräten mit mehr als vier Kanälen mussten Anwender bislang aufwendig konfigurieren, welcher Kanal wie viel Leistung ausgeben soll. Im Fall der Puls-Lösung leisten alle Kanäle (beide PoE-Injektoren verfügen über acht Kanäle, der Injektor ohne integrierte Stromversorgung ist auch mit vier Kanälen verfügbar) dauerhaft und ohne Einschränkungen maximal 30 W am Ausgang ab. Hervorzuheben ist auch die Datenrate von 1 Gbit/s pro Kanal bei allen acht Kanälen, ein bislang einzigartiges Feature am Markt. 

Da die meisten PoE-Verbraucher kontinuierlich eingeschaltet sind, trägt der mit einem integrierten Netzteil ausgestattete PoE-Injektor durch den hohen Wirkungsgrad des Netzteils (95,5 Prozent) zu einer Reduktion der laufenden Betriebskosten bei. Optimiert für Plug-and-Play-Einsätze, erkennen die Puls-PoE-Injektoren automatisch die Leistungsklasse der angeschlossenen Komponenten (IEEE 802.3at oder IEEE 802.3af). Diese Funktion hilft auch dabei, das Gerät im Fehlerfall zu schützen. So reagiert der Injektor, wenn es in einem der angeschlossenen Kabel zum Kurzschluss kommt, mit einer automatischen Strombegrenzung für diesen Kanal. 

Ebenfalls Neuland betritt der Münchner Stromversorgungsspezialist mit der Ende letzten Jahres vorgestellten SmartFab-Box. Dabei handelt es sich um ein Diagnose-Tool, mit dem Puls die Leistungsanforderungen und thermischen Bedingungen in Systemen und Anlagen transparent macht. Anwender können so ihre Power-Budgets direkt im eigenen System überprüfen und spezifizieren. Ein bislang einzigartiger Anwenderservice, der bei der Auswahl der richtigen Stromversorgung behilflich ist und zu groß dimensionierte Leistungsreserven vermeidet. 

Konkret handelt es sich bei der SmartFab-Box um einen kompakten, tragbaren Koffer mit integrierter Diagnosetechnik. Es ist möglich, die Box bei Puls für kurze Zeit kostenfrei auszuleihen, über längere Zeiträume zu leasen, oder zu kaufen, je nach dem Bedarf des Anwenders. Zur Ausstattung des Koffers zählen mehrere Schnittstellen, an die sich Temperatur-, Strom- und Spannungssensoren anschließen lassen. Auf diese Weise lassen sich folgende Anwendungsdaten messen:

  • Spannungen und Ströme am Ein- und Ausgang
  • Leistungen (primär und sekundär)
  • Leistungsfaktor
  • Temperaturen in der Applikation und Umgebung

Um die SmartFab-Box in Betrieb zu nehmen, ist lediglich ein AC-Netzanschluss sowie eine LTE/3G-Netzabdeckung notwendig. Über eine VPN-Verbindung sichert die Box alle Anwendungsdaten anonym auf einem Cloud-Server in Deutschland. Da der Datenaustausch über das LTE/3G-Mobilfunknetz erfolgt, ist keine Verbindung mit dem firmeninternen LAN erforderlich. 

Eine Live-Analyse der Daten auf dem Desktop oder Notebook erfolgt unkompliziert über ein Online-Dashboard, das über www.loadprofiling.com abrufbar ist. Der Zugang zum Dashboard ist passwortgeschützt und nur für den jeweiligen Anwender und das Support-Team von Puls einsehbar. Anhand von übersichtlichen Grafiken zeigt das von Puls programmierte, webbasierte Dashboard dem Anwender verschiedene Informationen zum Leistungs- und Strombedarf sowie den thermischen Bedingungen in seiner Anlage an. 

Auf Basis dieser Werte lassen sich interessante Rückschlüsse ziehen: Wie stark ist die Anlage ausgelastet? Zu welchen Zeiten ist die Anlage am stärksten ausgelastet? Wie viel CO2 und Betriebskosten lassen sich durch ein effizientes Netzteil einsparen? Indem sie verschiedene Stromversorgungen mit der SmartFab-Box verbinden, können die Anwender die Ergebnisse miteinander vergleichen. Energie- und Kosteneffizienz der Geräte lässt sich so unter anwendungsspezifischen Realbedingungen nachweisen. Auf diese Weise können Anwender den Return on Investment für die Netzteile ermitteln – ein enormer Mehrwert in der Auswahlphase.