Displaytrends 2017: 5 Fragen an Fortec »Weiterhin Trend zu Breitbildformaten …«

Matthias Keller, Fortec: »Der nächste große Fortschritt wird das Thema »Haptivity« sein, dabei geht es um taktiles Feedback in Kombination mit modernen PCAP-Touches.«
Matthias Keller, Fortec: »Der nächste große Fortschritt wird das Thema »Haptivity« sein, dabei geht es um taktiles Feedback in Kombination mit modernen PCAP-Touches.«

»…, denn die Auswahl wird immer größer und durch hohe Stückzahlen aus der Consumer-Branche sind die Preise äußerst attraktiv«, betont Matthias Keller, Head of Sales&Marketing der Fortec Elektronik AG.

Markt&Technik: Welche weiteren Trends prägen derzeit das Segment der Displays fürs industrielle Umfeld?

Matthias Keller, Fortec: Inzwischen werden bei mehr als 80 Prozent unserer Projekte Displays mit Touch ausgerüstet. Dabei ist aber der klassische resistive Touch noch längst nicht ausrangiert. PCAP mit Mehrfingerbedienkonzept ist zwar auf dem Vormarsch, aber auch hochwertige resistive Glas/Glas-Touches oder resistive Multifinger-Versionen sind noch gefragt. Der nächste große Fortschritt wird das Thema »Haptivity« sein, dabei geht es um taktiles Feedback in Kombination mit modernen PCAP-Touches. Zusammen mit Kyocera arbeiten auch wir an dieser innovativen Technologie und sehen hier erhebliches Potenzial.

Auf welche Bildschirmdiagonalen fokussiert Fortec?

Derzeit erstrecken sich die Bildschirmdiagonalen unser Displays von 2,2 bis 75 Zoll. Um im weltweiten Wettbewerb bestehen zu können, ist ein interessantes, sich stets weiterentwickelndes Portfolio ein absolutes Muss. So sind wir ständig auf der Suche nach Produkten, die alle Design- und Performance-Wünsche unserer Kunden erfüllen.

Wie sieht’s in puncto LCD-Technologien aus, welche dominiert?

Kunden wünschen sich immer häufiger Displays mit weiten Blickwinkeln, Technologien wie IPS, VA oder SFT sind somit gefragt. Waren diese früher noch deutlich teurer als TN-Panels, bekommt man Displays mit weitem, symmetrischem Blickwinkel heutzutage entweder preisgleich oder aber schon für einen relativ kleinen Aufpreis. Die überlegenen optischen Eigenschaften überzeugen eben auf ganzer Linie.

Sehen Sie in naher Zukunft eine Chance für OLED in der Industrie oder könnte gar Quantum Dots stattdessen zum Zuge kommen?

Momentan ist die OLED-Technologie noch nicht industrietauglich. Bezüglich Quantum Dots wird sich zeigen, wohin der Trend geht. Wir sind auf jeden Fall am Puls der Zeit und werden ganz vorne mit dabei sein, sollte sich eine interessante neue Technologie als geeignet für industrielle Einsätze erweisen.

Was tut sich bei den Schnittstellen, bahnt sich so langsam die Ablösung von LVDS als dominierendem Interface an?

LVDS wird uns noch sehr lange begleiten. Das totgesagte TTL-Interface wird auch immer noch genutzt, und ähnlich wird es mit LVDS werden. Unerlässlich ist eine neue Schnittstelle jedoch beim Einsatz Displays mit 4K- oder gar noch höherer Auflösung. Bis etwa 31,5 Zoll dominiert hier klar embedded DisplayPort. eDP wird ja auch von AMD und Intel in den neuen Prozessoren direkt implementiert. Bei größeren Diagonalen dagegen setzt sich V-by-One durch. Ob eDP bei den kleinen Diagonalen LVDS verdrängen kann, wird sich zeigen. Das hängt maßgeblich davon ab, ob die Hersteller von Single-Board-Computern bei neuen Modellen auf die LVDS-Schnittstelle verzichten werden.

 

Bilder: 4

TFT-Portfolio von Fortec

Von 2,2 bis 75 Zoll erstrecken sich derzeit die Bildschirmdiagonalen der Displays von Fortec.