Memory-LCDs Sharp will e-Book-Reader-Markt erobern

Ein Blick in die Roadmap der Sharp-Memory-LCDs verrät: Noch in der ersten Jahreshälfte plant das Unternehmen die Einführung eines 6,02-Zoll-Moduls, das speziell den Markt der tragbaren Lesegeräte wie etwa den e-Book-Reader adressiert. In der zweiten Jahreshälfte sollen eine 4,4-Zoll- Variante und transflektive Versionen mit Touch-Screen folgen.

Anders als bei den ansonsten reflektiven Memory LCDs besteht bei den transflektiven Memory LCDs die Möglichkeit, die Panels zu hinterleuchten, so dass sich beispielsweise e-Book-Reader auch im Dunkeln nutzen lassen. Bereits vorgestellt hat Sharp zusätzlich zu dem Mitte letzten Jahres eingeführten 1,35 Zoll Model (LS013B4DN02) ein 2,7-Zoll-Panel (LS027B4DN01, LS027B4DH01) mit einer Auflösung von 400 x 240 und ein 2,94-Zoll-Panel (LS029B4DN01) mit einer Auflösung von 456 x 240 Pixel.

Memory-LCDs sind kleine LCD-Systeme, die auf der Sharp eigenen Continuous-Grain-Silicon-  Technologie (CGS) basieren. Sie ermöglicht es, jeden Pixel mit einem 1-bit Speicher auszustatten. Dieser speichert die Bildinformationen, die auf den Bildschirm geladen werden. Daher muss die Bildinformation nur in den Pixeln neu geschrieben werden, bei denen der Inhalt sich im Vergleich zum vorherigen Bildframe geändert hat. Als reflektive Displays benötigen Memory LCDs auch keine Hintergrundbeleuchtung. Zusammen hat dies den Effekt, dass Memory LCDs nur 0,8 Prozent des Stroms verbrauchen, wie  ein herkömmliches Displays gleicher Größe. Denn bei herkömmlichen transmissiven LC Displays müssen Mikrokontroller den kompletten Bildschirminhalt von Frame zu Frame mit einer Geschwindigkeit von 50 bis 60 Hz neu schreiben, obwohl der Großteil des Bildinhalts derselbe bleibt. Zudem beansprucht das Backlight einen guten Teil der Leistungsaufnahme. Dadurch haben Standard-LCDs einen Stromverbrauch, der etwa 130 Mal höher ist als der bei den neu entwickelten Memory LCDs.

Ein Memory LCD der Größe von 1,35 Zoll verbraucht im Betrieb 15 µW, während ein Standard-LCD von vergleichbarer Größe etwa 2 mW benötigt, um ein Bild anzuzeigen. Selbst die 6,02-Zoll-Variante braucht lediglich bis zu 3,5 mW bei einer Bildfrequenz von 1 Hz. Darüber hinaus bieten die Memory LCDs eine besondere Bilddarstellung. Anders als andere reflektierende Bildschirme benötigt diese neue Art von LCD keine Polarisatoren. Dank eines speziellen vernetzen Polymerflüssigkristallmaterials wird das Bild dadurch generiert, dass der Status des Pixels mit einer Reflektivität von 50 Prozent von transparent zu weiß wechselt. Durch den minimalen Stromverbrauch können kleine Solarzellen ausreichend Strom liefern, um die Memory LCDs zu betreiben. Die neue Art Displays eignet sich daher sehr gut für kleine tragbare Anwendungen wie e-Books-Reader, Armbanduhren, Pulsmesser oder Regalbeschriftungen. Mit Solarzellen als Stromquelle lassen sich die Memory-LCDs sogar als energieautarke Anwendungen auslegen. Um das Design-in für eine solche energieautarke Lösungen zu vereinfachen, bietet Sharp Memory LCDs auch als 3 Volt Modelle an, so dass beim Betrieb mit herkömmlichen Lithium-Ionen-Akkus keine Ladungspumpe dazwischen geschaltet werden muss.