Neues Rückgewinnungsverfahren Seltene Erden aus Leuchtstoffabfällen recyclen

Reaktor-Rührkessel mit Leuchtstoffabfall und Laugungsmedium
Reaktor-Rührkessel mit Leuchtstoffabfall und Laugungsmedium

Ein von Wissenschaftlern der TU Bergakademie Freiberg zusammen mit Partnern aus der Wirtschaft entwickeltes Verfahren ermöglicht es, Seltene Erden aus Leuchtstoffabfällen zurückzugewinnen und die hochquecksilberbelasteten Leuchtstoffe umweltfreundlich aufzuarbeiten.

Alte Smartphones, erloschene Neonröhren, aussortierte Computerbildschirme – all diese Geräte produzieren Leuchtstoffabfälle, die als gefährlicher Sondermüll bislang untertage deponiert werden. Darin enthalten sind auch Seltene Erden und damit strategisch wichtige Metalle, die gerade in der IT-Branche dringend benötigt werden. Doch jeden Tag werden Seltene Erden z.B. in Form von Leuchtstoffen im Wert von vielen Tausend Euro deponiert.

Diese Schätze aufarbeiten und zurückgewinnen – das kann das neue Verfahren, das die TU Bergakademie Freiberg zusammen mit den Firmen FNE Entsorgungsdienste Freiberg GmbH und NARVA Lichtquellen GmbH & Co. KG entwickelt hat.

Dieses so genannte SepSelsa-Verfahren (Separation Seltener Erden aus entsorgungspflichtigen Abfällen in Sachsen) ist ein Quantensprung im Seltenerd-Recycling. »De facto ist es eines der wenigen Verfahren, die den Sprung aus dem Labor in die industrielle Produktion geschafft haben und dabei gleichzeitig wirtschaftlich ist«, erklärt Prof. Martin Bertau, Direktor des Instituts für Technische Chemie. »Seine Bedeutung liegt darin, dass wir auf einfachstem Wege sämtliche Leuchtstoffe unabhängig von ihren Seltenerdgehalten hin aufarbeiten. Der Clou: Wir isolieren die Metalle in reiner Form voneinander – ohne unzählige Trennstufen, wie dies in der klassischen Seltenerd-Aufbereitung der Fall ist.«