Interview mit Markus Höpfner, Display Elektronik »Resonanz auf E-Paper-Displays bisher verhalten«

Markus Höpfner (links) und sein Kollege Aloys Arkenau, zuständig für den Vertrieb bei Display Elektronik, präsentieren eine E-Paper-Anzeige mit 2,0-Zoll-Diagonale.
Markus Höpfner (links) und sein Kollege Aloys Arkenau, zuständig für den Vertrieb bei Display Elektronik, präsentieren eine E-Paper-Anzeige mit 2,0-Zoll-Diagonale.

Vor knapp einem Jahr hat Display Elektronik auf der embedded world 2014 als Versuchsballon erstmals auch diverse E-Paper-Displays präsentiert. »Bisher ist die Resonanz allerdings verhalten«, zieht Markus Höpfner, Produkt-Manager bei Display Elektronik, Bilanz.

Markt&Technik: Sie haben momentan E-Paper-Displays mit bis zu 6 Zoll Diagonale im Programm. Werden denn angesichts der bisherigen geringen Nachfrage weitere hinzukommen?
Markus Höpfner, Display Elektronik: Ja, aktuell haben wir Displays mit den Diagonalen 2, 3,5 4,3 und 6 Zoll im Portfolio, weitere Größen sind in Vorbereitung.

Welche Forderungen haben Kunden an E-Paper-Displays, die derzeit noch nicht erfüllbar sind – spielt Farbe eine Rolle?
E-Paper-Displays haben leider den Nachteil, dass sie bei niedrigen Temperaturen (unter 0 °C) einfrieren und über +50 °C auch nicht mehr funktionieren und somit für die meisten industriellen Anwendungen nicht geeignet sind. Weiterhin sind die langsamen Schaltzeiten von Nachteil. Manche Kunden wünschen sich auch eine Ablesbarkeit im Dunklen, bisweilen auch Farbe. Ansonsten ist E-Paper relativ teuer im Vergleich mit TFT, weshalb diese Displays aktuell nur für Nischenanwendungen etwa als Label und Preisschilder gut geeignet sind, zumal sie sehr stromsparend sind.

Woher bekommen Sie die E-Paper-Panels?
Wir haben Fertigungspartner in Fernost, die in unserem Auftrag unter unserer Marke produzieren. Und daraus entwickeln wir neben den Standardprodukten auch kundenspezifische Lösungen zusammen mit unseren Kunden.

Kündigen sich bei den E-Paper-Panel-Herstellern technologische Neuerungen an, ist für 2015 schon etwas in Aussicht?
Derzeit sind keine Neuerungen zu erwarten. Leider ist es auch hier so, dass der Consumer-Markt die Technologie bestimmt und der Industrie-Markt den technischen Gegebenheiten folgt.

E-Paper und Touch: Ist das problemlos machbar und auch schon Realität?
Wir haben das bisher nicht realisiert, ja, noch nicht einmal geplant.

Welche Interfaces spielen bei E-Paper eine Rolle?
Es handelt sich hier um einfache Displayschnittstellen, also typischerweise 8 Bit oder SPI. Für die weniger hohe Auflösung sowie für die langsamen Bildwechsel reichen diese Schnittstellen völlig aus; im übrigen sind diese Schnittstellen kostengünstig.

Erwarten Sie mittelfristig für E-Paper im industriellen Umfeld eine deutlich steigende Nachfrage?
E-Paper wird eine Randerscheinung bleiben und im industriellen Einsatz nur für Nischenprodukte interessant sein - speziell für Kunden, die bereit sind, für das stromsparende Potenzial der E-Paper-Displays mehr zu bezahlen.