Osram Plus 6 Prozent Umsatz

LED-Beleuchtungen von Osram in der industriellen Produktion
LED-Beleuchtungen von Osram in der industriellen Produktion

Hoher Bedarf an LEDs: Osram hat im vergangenen Quartal Umsatz sowie Gewinn gesteigert und bestätigt seine Jahresprognose.

Der Umsatz legte dank guter Nachfrage aus der Autoindustrie und nach LED-Halbleitern um 6 Prozent auf 1,06 Milliarden Euro zu. Zwar schrumpfte der Gewinn in den fortgeführten Geschäften um 10 Prozent. Unter dem Strich verdoppelte sich der Gewinn jedoch auf 59 Millionen Euro, weil in den aufgegebenen Geschäftsbereichen fast kein Verlust mehr anfiel.

Osram hat eine strategische Beteiligung von 25,1 Prozent an der LeddarTech erworben. Das kanadische Unternehmen entwickelt eine eigene LiDAR-Technologie für autonome Fahrzeuge und Fahrerassistenzsysteme, die in Spezialchips und Sensormodule einfließt. LeddarTech ist Spezialist für die Erfassung der Umgebung mittels Infrarotlicht durch LiDAR (Light Detection And Ranging). Die hochentwickelte optische Sensortechnologie der Kanadier ergänzt die Halbleiterprodukte von Osram. Bereits jetzt arbeiten beide Unternehmen zusammen. Die Investitionssumme beläuft sich für Osram auf einen mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Betrag.

»Osram entwickelt sich operativ weiterhin sehr gut«, sagte Olaf Berlien, Vorstandsvorsitzender der OSRAM Licht.»Mit der Beteiligung an LeddarTech stellen wir die Weichen für unseren Erfolg im wichtigen Zukunftsmarkt des Autonomen Fahrens.«

Über Partnerschaften, Beteiligungen und Übernahmen erweitert Osram seine technologische Basis von Komponenten und Modulen um Software und Elektronik hin zu Systemanwendungen. Damit erschließen sich neue Anwendungsfelder und Märkte in den Bereichen des Autonomen Fahrens, der intelligenten Lichtsteuerung oder Industrie 4.0. So hatte Osram jüngst auch den Spezial-LED-Anbieter LED Engin aus dem Silicon Valley übernommen und sich am Münchner Horticulture-Start-up Agrilution beteiligt. 

Guter Ausblick auf 2017

Angesichts des bisherigen Geschäftsverlaufs und der aktuellen Marktentwicklung bestätigt Osram seinen Ausblick auf das Geschäftsjahr 2017. Der Vorstand erwartet für das Geschäftsjahr 2017 auf vergleichbarer Basis ein Umsatzwachstum von sieben bis neun Prozent sowie eine um Sondereffekte bereinigte EBITDA-Marge zwischen 16,5 und 17,5 Prozent. Das verwässerte Ergebnis je Aktie wird innerhalb einer Spanne von 2,70 bis 2,90 Euro prognostiziert. Zudem wird ein ausgeglichener Free Cash Flow angestrebt.

Kurz zuvor hatte Osram angekündigt, zwei Traditionswerke in Deutschland durch die Umwandlung in Hightech-Standorte zu sichern. In Berlin sind bislang etwa 800 Osram-Mitarbeiter hauptsächlich mit der Produktion von Xenon-Autolampen beschäftigt.

Der Standort soll nun zum weltweiten Zentrum für Software und autonomes Fahren umgewandelt werden. In Schwabmünchen bei Augsburg ist bisher die Produktion von Draht für herkömmliche Glühlampen das Hauptgeschäft, dort arbeiten etwa 300 Menschen. Nun will Osram dort ein Werk für LED-Vorprodukte bauen.