Neues aus der OLED-Forschung OLEDs als LED-Ersatz für Hinterleuchtungen

Bei der Hinterleuchtug von Anzeigen im Cockpit ist die konstante Leuchtdichte entscheidend. 
Bild: Hochschule Pforzheim

Dass sich OLEDS an ganz unterschiedlichen Stellen als LED-Ersatz zur Hinterleuchtung einsetzen lassen, demonstriert das Displaylabor der Hochschule Pforzheim anhand der beiden Projekte »OLIT« (OLEDs für innovative Textilien) und »AEROLED« (OLEDs in der Luftfahrt).

OLEDs lassen Textilien leuchten

Flächenleuchten wie OLEDs sind sehr gut für die Integration in Textilien geeignet, da sie flach sind und nur eine geringe Spannung benötigen, für die ein Batteriebetrieb ausreicht. Das Ergebnis sind so genannte »Smart Textiles«. Durch die Integration von leuchtenden Elementen in Textilien sind neue funktionale Konzepte möglich. Die möglichen Einsatzgebiete reichen von Warnwesten für Polizei oder Feuerwehr bis hin zu Kinderjacken oder Rucksäcken. In Zusammenarbeit mit der Kinderbekleidungsfirma Kanz und dem iTV Denkendorf hat das Displaylabor der Hochschule Pforzheim unter dem Projektnamen »OLIT« OLED-Module für einen den textilen Einsatz entwickelt.

Die Umsetzung ist auf den ersten Blick relativ simpel: Kanz fertigt Kinderjacken mit einem transparenten Sichtfenster auf dem Rücken, in dem die OLED-Module Platz finden. »Auf eine dauerhafte feste Integration von OLED und Elektronik in das Textil haben wir im Rahmen des Projekts bewusst verzichtet, weil dies mit einem hohen manuellen Produktionsaufwand und damit hohen Kosten verbunden gewesen wäre«, erläutert Prof. Karlheinz Blankenbach, Leiter des Display-Labors an der Hochschule Pforzheim. Anstelle dessen setzen die Forscher autarke Module ein, die in das Bekleidungstextil eingesteckt werden.

»Die Module bestehen aus zwei OLEDs, angesteuert von einer Konstantstromquelle«, beschreibt Blankenbach. »Die Spannungsversorgung besteht aus einem Lithium-Polymerakku und einer integrierten Ladeschaltung inklusive Tiefentladungsschutz.« Das Modul kann über ein Standard-USB-Kabel in 2 Stunden aufgeladen werden. Die Betriebsdauer beträgt bei einer Leuchtdichte von 1500 cd/m² immerhin sechs Stunden. Über einen Taster lässt sich das Modul ein- und ausschalten sowie zwischen verschiedenen Blinkmodi umschalten.