JDI/Data Modul: Memory-in-Pixel-Displays MiP-Displays nun auch in Farbe und Großformat

Rund und farbig ist JDIs 1,34 Zoll großes Display, das dank Memory-in-Pixel-Technologie besonders energieffizient ist und batteriebetriebene Applikationen adressiert.

Waren bis vor kurzem die äußerst energieeffizienten MiP-Displays ausschließlich monochrom und nur mit Diagonalen unter 5 Zoll erhältlich, gibt es jetzt auch großformatige (bis 32 Zoll) und zudem farbige MiP-TFT-Displays von JDI im Exklusiv-Vertrieb von Data Modul.

Pionier dieser MiP-Technologie ist der japanische Elektronikkonzern Sharp, der bis 2009 derartige Anzeigen zur Marktreife entwickelt hat. In erster Linie ging es Sharp laut Ilse Cramer, Produktmarketing-Managerin bei Data Modul, darum, »Lösungen für Anwendungen mit eher statischer Contentdarstellung und geringerem Performanceanspruch möglichst energiesparend, nachhaltig und kosteneffizient anbieten zu können«. Seit der Markteinführung setze diese Technologie Maßstäbe in puncto Energieeffizienz: »Der Energieverbrauch konnte mit dieser Technologie signifikant gesenkt werden, zudem ist die Ablesbarkeit der MiP-Displays unter extrem hellen Umgebungsbedingungen bis heute unerreicht.«

Erweiterte Anwendungsmöglichkeiten

7 Jahre nach der Markteinführung durch Sharp gibt es seit diesem Jahr nun also auch MiP-TFT-Displays von Japan Display Inc. (JDI), und zwar erstmals in Farbe und zudem mit Bilddiagonalen von bis zu 32 Zoll. Mit acht Farben auf den Standard-Displaygrößen 1,28, 2,7 und 4,4 Zoll sowie einem runden Display mit 1,34 Zoll werden die Anwendungsmöglichkeiten der Panels noch interessanter für Bereiche wie digitale Preisschilder, Wearables und die Medizin. Grundsätzlich kommen alle Bereiche in Frage, die auf Batteriebetrieb nicht verzichten können und/oder einer sehr hellen Umgebung ausgesetzt sind.

So hat JDIs 32-Zoll-MiP-Display mit Full-HD-Auflösung im Standbild-Modus eine Leistungsaufnahme von nur 260 µW. Auf der diesjährigen electronica hat der Münchner Displayspezialist Data Modul die Neuheit präsentiert, die er exklusiv vertreibt und deren Integration in bestehende Kundensysteme von ihm durchgeführt wird. MiP-Displays dieser Größe adressieren Applikationen wie POI, POS und generell die Informationsvermittlung.

Funktionsprinzip eines farbigen MiP-Displays

In einem reflektiven MiP-Display, sei’s farbig oder monochrom, hat jedes einzelne Pixel einen eigenen Speicherschaltkreis (ein SRAM). Weil sich darauf Informationen ohne Eingabe eines kontinuierlichen Signals speichern lasen, müssen nur diejenigen Zeilen jeweils neu beschrieben werden, deren Inhalt sich von Bildaufbau zu Bildaufbau ändert. Diese SRAM-Bausteine bedingen den extrem niedrigen Energiebedarf. Im Ruhemodus verbraucht ein 2,7 Zoll großes Display im Standbild-Modus nur etwa 1 bis 5 µA. Für die Anzeige eines statischen Weißbildes auf einem 1,28 Zoll LCD beträgt die Leistungsaufnahme rund 2 µW. Werden die Bildschirmdaten 10 mal pro Sekunde (10 fps) aktualisiert, liegt der Energiebedarf bei etwa 90 µW.

Im Vergleich mit transmissiven LC-Displays können mit reflektiven Displays wegen der nicht benötigten Hintergrundbeleuchtung rund 80 Prozent der Energie eingespart werden. Zusätzlich aber wird bei der Darstellung von Standbildern mit MiP-Technologie die Leistungsaufnahme nochmals um weitere etwa 19 Prozentpunkte reduziert, was bedeutet, dass ein reflektives MiP-Display mit 0,5 bis 1 Prozent der Energie auskommt, die ein transmissives LC-Display benötigt. Wird ein Bildschirmdaten-Update benötigt, lassen sich anstatt des gesamten Bildschirms entweder mehrere oder einzelne Zeilen (Single-Line-Update) aktualisieren.