ZVEI: Lichtmarkt stabilisiert sich Leuchtdioden bieten Wachstumspotenzial für den Lichtmarkt

Die deutschen Leuchtenhersteller mussten nach einer Erhebung des ZVEI 2009 einen Umsatzrückgang von 16,3 Prozent auf 2,23 Mrd. Euro hinnehmen. Doch die LED-Technik bietet ein großes Wachstumspotenzial.

Der Rückgang traf nicht alle Hersteller im gleichen Ausmaß. So waren Hersteller von Innenleuchten durchweg früher und stärker von der Krise betroffen als die Hersteller von Außenbeleuchtung. Sie liefern zum Großteil an kommunale Auftraggeber und profitierten so von staatlichen Investitions- und Förderprogrammen.

Bei Lampen führte der Beginn der Auslaufphase des Glühlampenabsatzes in Deutschland, Österreich und Ungarn im dritten Quartal 2009 zu einer Sonderkonjunktur. Die Glühlampenverkäufe – aber auch der Verkauf von Energiesparlampen – zogen kräftig an, so dass die Lampenhersteller das Produktionsniveau von 1,05 Mrd. Euro 2009 knapp halten konnten.

Auch die Beschäftigtenzahl blieb nahezu konstant. »Die Lichtbranche beschäftigt insgesamt knapp 33.000 Mitarbeiter. Diese Zahl konnte durch neue Regelungen insbesondere bei Kurzarbeit stabil gehalten werden«, sagte Dr. Andreas Ludwig, Vorsitzender des Fachverbands.

Seit Jahresbeginn 2010 hat sich der Absatz der Lichtindustrie in Deutschland stabilisiert, wenn auch auf deutlich verringertem Niveau. Jedoch ziehen die Anfragen aus dem Ausland, vor allem Fernost, wieder an. Eine Prognose für das Gesamtjahr 2010 wollte Ludwig aufgrund der unsicheren weltwirtschaftlichen Randbedingungen nicht abgeben.

Da die Neubautätigkeit insgesamt rückläufig ist, liegen die Hoffnungen der Branche auf energetischer Sanierung des Gebäudebestands und der Infrastruktur. Immerhin sind drei von vier Gebäuden in Europa älter als 45 Jahre. Große Chancen sehen die Unternehmen im Trend zu hochwertigen Lichtsystemen und bei energieeffizienten Produkten. 

LED dominiert den technologischen Trend

Große Erwartungen hegt der ZVEI hinsichtlich der Beleuchtungs­technik mit Leuchtdioden (LED). Neue LEDs mit hoher Lichtintensität verfügen über enormes Innovations- und Wachstums­potenzial. Sie erlauben modernes Design und besonders kleine Bauformen bei gleichzeitig verringertem Energiebedarf. Sie benötigen nur einen Bruchteil der Energie herkömmlicher Lampen und weisen eine erheblich höhere Brenndauer auf, an deren Ende sie typischerweise auch nicht schlagartig ausfallen, sondern allmählich schwächer leuchten.

Nachholbedarf besteht nach Aussage des ZVEI noch immer bei der Anwendung energieeffizienter Produkte. Energieeffizienz ist meist mit dem Einsatz von Elektronischen Vorschaltgeräten und mehr Elektronik verknüpft. Die Einsparziele der EU sind nach Ludwigs Überzeugung mit konventioneller Technik nicht zu erreichen. Das größte Potenzial für Beleuchtung und Energieeffizienz sieht er derzeit im Renovierungsmarkt in Deutschland und in Europa. Diesen Markt anzukurbeln, sollten sich die Politik und die Industrie als wichtigsten Punkt auf die Agenda schreiben. »Dann kann viel erreicht werden, für die Konjunktur und für die Umwelt, die zu erhalten ja letztlich unser Ziel ist.«

Ein Problem sieht der Fachverbandsvorsitzende in der schlechten Produktqualität einiger Importe und fordert eine stärkere Marktüberwachung, denn mangelhafte Qualität könnte sich auch negativ auf die Lichtquelle der Zukunft, die LED auswirken. Durch schlechte Erfahrungen mit minderwertigen Produkten könnten Verbraucher ihre Kaufentscheidung in Zukunft auch gegen LED-Produkte fällen.