Doppelter Paukenschlag LED-Hersteller Cree verelffacht Gewinn

Gleich zwei »Schmankerl« präsentiert der US-amerikanische LED-Hersteller Cree seinen Aktionären und der Beleuchtungsindustrie: Der Quartalsgewinn explodierte im dritten Geschäftsquartal auf 44,6 Mio. Dollar – das Elffache des Überschusses im Vorjahresquartal – und das Unternehmen stellt mit dem Modell XM LED eine 1-W-LED vor, die eine Rekord-Lichtausbeute von 160 lm schafft.

Der Quartalsumsatz (28. März) wuchs gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 131 Mio. Dollar auf 234 Mio. Dollar – also um 78 Prozent. Für das vierte Quartal hat sich Cree die Viertelmilliarde vorgenommen und prognostiziert einen Umsatz von 255 Mio Dollar bis 265 Mio. Dollar. Ob Cree im nächsten Geschäftsjahr die Milliarde schon schafft, will Ralf Bühler, Vice President EMEA bei Cree, nicht sagen. Allerdings müsste schon etwas Unvorhergesehenes passieren, wenn Cree nicht in den Club der Umsatzmilliardäre eintreten würde. Und dieser Umsatz verspricht auch weiterhin, hohe Gewinne abzuwerfen. »Die hohe Profitabilität verdanken wir einem Mix von günstigen Einflussfaktoren«, erläutert Bühler den beneidenswerten Gewinnanstieg auf fast 20 Prozent des Umsatzes, »so ist die Fertigungsauslastung gut, aber nicht angespannt, und unsere konsequente Integrationspolitik trägt jetzt Früchte.« Mit »Integrationspolitik« meint Bühler Crees vertikale Integration, die dazu geführt hat, dass das Unternehmen nicht nur Chips und gehäuste LEDs liefert, sondern auch Multi-LEDs, komplette Module, teils inklusive Treiberelektronik, bis hin zu fertigen Lampen.

Das Portfolio kommt bei den Kunden weltweit gut an. »Das Wachstum kommt vor allem aus Asien«, verrät Bühler, »gerade die explodierenden Infrastrukturmaßnahmen in China bescheren uns eine hohe Nachfrage.« In den USA sehe es laut Bühler, namentlich dank der »Energy Star«-Initiative auch gut aus, während Europa was die Außenbeleuchtung angeht noch in einer Art Dornröschenschlaf verharrt. »Allerdings sind in Europa schon sehr viele Projekte angelaufen, aber der Markt ist, nicht zuletzt als Folge einer bereits vorhandenen Infrastruktur, deutlich anders.« Nach Bühlers fester Überzeugung wird die High-Power-LED auch in Europa die Beleuchtungsindustrie revolutionieren. Er begründet das mit einer einfachen und kaum widerlegbaren Diagnose: »Es gibt keinen vernünftigen Grund mehr, auf ineffiziente Beleuchtungstechnologie zu setzen.«

XM LED stellt auch Energiesparlampe in den Schatten

Nicht zuletzt wird auch die ständig wachsende Lichtausbeute den Siegeszug der LED in die Beleuchtungstechnik geradezu erzwingen. Die neue XM LED strahlt bei 350 mA Betriebsstrom einen kaltweißen Lichtstrom von 160 lm ab. Das würde eine 10-W-Glühlampe nicht einmal schaffen. Steigert man den Betriebsstrom auf 2 A (was einer Leistungsaufnahme von 7 W entspricht!), nimmt die Lichtausbeute zwar auf 110 lm/W ab, jedoch steigt der Lichtstrom dann auf 750 lm. Dafür bräuchte man schon eine Glühlampe von 60 W oder eine Energiesparlampe von 15 W.  Zwar muss die LED bei dieser hohen Strombelastung gut gekühlt werden, jedoch versichert Bühler, dass die neue XM LED auch bei dieser thermischen Belastung weiterhin eine extrem hohe Brenndauer verspricht, die mit 50.000 und mehr Stunden auch jede Energie-Sparlampe in den Schatten stellt. So gesehen ist die LED mit der XM LED jetzt in der Domäne der Glühlampe und der Energiesparlampe angekommen, allerdings bei weitaus höherer Effizienz und Lebenserwartung. Die XM LED ist ab Mai in Musterstückzahlen und ab Herbst aus Serienproduktion erhältlich.