Touchdisplays LED hat CCFL den Rang abgelaufen

Der neue 12,1-Zöller von Sharp besticht durch seine hohe Helligkeit von 1200 cd/m² und ein Kontrastverhältnis von 1000:1.
Sharps Industriedisplay LQ121X3LG02 mit LED-Backlight hat eine Bildschirmdiagonale von 12 Zoll und eine Helligkeit von bis zu 1200 cd/qm.

LED als Hintergrundbeleuchtung von Displays hat sich gegen CCFL »im Grunde durchgesetzt«, sagt Sharp-Manager Gunter Wagschal - beim Display-Spezialisten Sharp werden »alle neuen« Industrie-LCD-Modelle mit LED ausgestattet.

Ein ebenfalls wichtiger Aspekt in diesem Umfeld ist das Stromsparen, das durch LED unterstüzt wird. Ein großes Thema im industriellen Bereich sind mittlerweile auch Touchdisplays.

Die Gründe, warum sich LED als Backlight weitestgehend gegen CCFL durchgesetzt hat, »liegen auf der Hand, bietet LED doch eine Reihe von Vorteilen wie geringeren Stromverbrauch, kein Quecksilber und daher voll RoHS-konform, Niedervoltspannungsversorgung, kurze Reaktionszeit, gute Dimmbarkeit und - richtig eingesetzt - auch längere Lebensdauer«, erläutert Gunter Wagschal, Projekt Manager LCD, Business Segment Industrial bei Sharp Microelectronics Europe. Auch bei Temperaturen über 25 °C sei die LED-Lebensdauer hoch genug und praxisgerecht, »wenn man LCD-Module entsprechend konstruiert«. Sharp spezifiziert einzelne Modelle sogar bis zu einer Lebensdauer von 70.000 Stunden, Standard sind derzeit bis zu 50.000 Stunden. Entscheidend sei zu verstehen, dass LED-Backlights ein anderes Temperaturmanagement benötigen als CCFLs, weil LEDs wegen ihrer kleinen Abmessungen Wärme kaum abstrahlen. Daher nutzt Sharp das Gehäuse der Industrie-LCD-Module gleichzeitig als Kühlkörper für die LEDs: »Das erfordert aber ein anderes Chassis-Design; mit dem Austausch der CCFLs gegen einen LED-besetzten Einschub ist es nicht getan, denn hier fehlt die thermische Verbindung zwischen LED und Gehäuse.«

Außerdem unterstützt die LED-Hintergrundbeleuchtung von Displays den Trend zum Stromsparen, denn LEDs brauchen als Leuchtmittel im Vergleich zu CCFLs nur halb soviel Energie. Bei den vergleichsweise kleinen Industriedisplays ergibt sich der größte Energiespareffekt aber aus der guten Dimmbarkeit und Anpassung an die Lichtverhältnisse, ohne die Lebensdauer des Displays zu beeinträchtigen. So lässt sich etwa bei Automaten und Infoterminals im Außenbereich in der Dunkelheit das Backlight auf 20 Prozent der für Sonnentage notwendigen Maximalleistung reduzieren.

Im Consumer-Umfeld sind nicht zuletzt dank Apples Lifestyle-Produkten wie iPhone und iPad Touchdisplays das Standardeingabesystem geworden, das nun auch verstärkt in Industrieanwendungen drängt: »Touch ist ein sehr großes Thema im Industriebereich geworden«, sagt Wagschal. Die Handschuhbedienbarkeit betrifft dabei nur das Segment der Maschinen- und Anlagensteuerung, für das große Feld der E-Kiosk-Automaten und Infoterminals »ist dies sekundär«. So können die Hersteller solcher touchfähigen Geräte je nach Anwendung sehr unterschiedliche Touchtechnologien einsetzen und mit LCD-Modulen der diversen Displayproduzenten kombinieren. Damit Displays auch im Außenbereich noch gut ablesbar sind, wird Wert auf hohe Kontrastwerte und große Maximalhelligkeit gelegt. Für derartige Anwendungen hat Sharp High-Brightness-Displays im Portfolio mit Kontrastwerten von bis zu 1000:1 und Helligkeiten von bis zu 1200 cd/m2. Letztere werden vor allen Dingen im Außenbereich bei sehr heller Umgebung benötigt.

In puncto Schnittstellenthematik haben sich bei hochauflösenden Displays LVDS-Schnittstellen »als Standard etabliert, weil sie sehr viel schneller große Datenmengen übertragen können«, erläuter Wagschal. Einige größere Industrie-LCDs von Sharp haben Auflösungen, die im Bereich von Full-HD liegen. Für kleinere Displays hingegen seien 6 oder 8-Bit-RGB-Interfaces »völlig ausreichend«. Was intelligente Displays mit integriertem Controller/Speicher anbelangt, »kümmern sich die Gerätehersteller um die Ansteuerung des Displays meist selbst, denn die Anwendungen sind für Industriedisplays sehr unterschiedlich«. Weil aber für viele Anwendungen die Dimmbarkeit »sehr wichtig ist, unterstützen wir hier die Hersteller, indem wir viele Modelle gleich mit den Treibern für das Pulsweiten-Modulations-Dimmen ausstatten«. Im übrigen seien intelligente Display-Module wie die eigenen HAP-Module dort gefragt, »wo Ressourcen und Know-how zur Integration von Displays (noch) fehlen oder wo sich der Entwicklungsaufwand nicht lohnt«.