Displaytrends 2017 »Kurzfristige Lieferbarkeit und guter Support«

Das eDIPTFT von Electronic Assembly bietet innovative und komfortable Möglichkeiten, um interaktive Steuerungen zu implementieren.

Der Trend zu hochwertigen Displays setze sich weiter fort, gefragt seien zudem mehr und mehr auch ein guter Support und eine kurzfristige Lieferbarkeit, sagt Ralph Tischer, Produktmanager der Electronic Assembly GmbH.

Markt&Technik: Welche weiteren Trends prägen derzeit das Segment der Displays fürs industrielle Umfeld?

Ralph Tischer, Electronic Assembly: High Brightness ist bei uns schon seit über zehn Jahren Ziel jeder neuen Displayentwicklung. Deshalb entwickeln wir für eine Vielzahl von Displays unter der Verwendung hochwertiger LED-Chips die Beleuchtungen selbst. Vor allem im Zusammenspiel mit einem Touchpanel ist die Hintergrundbeleuchtung von entscheidender Bedeutung. Eine überragende Helligkeit der Hintergrundbeleuchtung ist die Grundlage für eine brillante Displaylösung und sorgt für weniger Rückläufe und zufriedene Kunden.

Auf welche Bildschirmdiagonalen fokussiert Electronic Assembly?

Unser kleinstes Display liefern wir mit gerade mal 0,8 Zoll aus, das sind 21 x 3,5 mm. Damit adressieren wir kleinste Messaufnehmer und Wearables, also Kleidung mit eingebautem Display. Diesen stark steigenden Markt bedienen wir mit modernster OLED-Technologie. Auch nach oben hin erweitern wir unser Spektrum um ein 10,1 Zoll großes uniTFT-Display mit kapazitivem Touchpanel und Objektdarstellung. Alle Bildschirmseiten und Menüs werden hier intuitiv über ein Windowstools erstellt. Dazu haben wir einen eigenen, interessanten Kurzfilm für YouTube herstellen lassen.

Wie sieht’s in puncto LCD-Technologien aus, welche dominiert?

Gerade in Haushaltsgeräten und Consumer-Produkten sehen wir einen enorm wachsenden Bedarf für kleine TFT-Displays, deren Preise in den letzten Jahren stark gefallen sind. Industrielle Applikationen, die auf Verfügbarkeit und verlässliche Spezifikationen Wert legen, entscheiden sich weiterhin vielfach für monochrome STN- und FSTN-Displays. Deren Qualität ist deutlich besser kontrollierbar, auch die einmal ausgegebenen Spezifikationen lassen sich über viele Jahre garantieren. Einen starken Anstieg verzeichnen wir bei der Nachfrage nach intelligenten Displays – sowohl bei den monochromen STN- als auch bei den farbigen TFT-Displays.

Sehen Sie in naher Zukunft eine Chance für OLED in der Industrie, oder könnte gar Quantum Dots stattdessen zum Zuge kommen?

Die Quantum-Dot-Technologie verspricht große Vorteile in der Farbdarstellung und auch im Energieverbrauch, weil kein Farbfilter mehr erforderlich ist und jedes Pixel in der exakten Wellenlänge Licht emittiert. Solange allerdings diese Technik noch in der Entwicklung steckt, ist sie für Industriekunden nicht sinnvoll einsetzbar; die rasante Weiterentwicklung der QD-Displays zieht in kurzen Zeitabständen auch Änderungen im Design nach sich. Wir haben stattdessen in eine eigene Entwicklung im OLED-Bereich investiert, um unseren Industriekunden ein qualitativ hochwertiges Display mit langer Verfügbarkeit anbieten zu können. Erste eigene OLED-Displays sind bereits marktreif und ab Lager verfügbar. Sie zielen auf Applikationen bei extremen Temperaturen zwischen –40 und +80 °C und extreme Ableseverhältnisse. Weitere Displays folgen bis Ende des Jahres. Anfang 2018 stellen wir eine weitere OLED-Serie vor, die unter anderem den Einbrenneffekt drastisch reduziert.

Was tut sich bei den Schnittstellen? Bahnt sich die Ablösung von LVDS als dominierendem Interface an?

Für größere Displays ab 12 Zoll setzt sich neben der LVDS-Schnittstelle mehr und mehr der MIPI-Standard durch. Weil aber lange nicht alle Displays im Bereich Video oder PC eingesetzt werden, sind Schnittstellen wie 24-Bit-RGB, USB, SPI und I2C gefordert. Die letzteren sind vor allem für kleinere, stromsparende Applikationen ideal. Der größte Vorteil aber liegt darin, dass diese Schnittstellen auch außerhalb der Display-Welt weit verbreitet sind und somit eine Anbindung an jedes Mikrocontrollersystem problemlos möglich wird.