Display-Trends 2017: 5 Fragen an Actron »IPS wird Standard …«

Michael Wöginger, Actron: »AMOLEDs sind im Kommen, könnten aber durchaus durch Technologien wie Quantum-Dots oder andere ersetzt werden.«
Michael Wöginger, Actron: »AMOLEDs sind im Kommen, könnten aber durchaus durch Technologien wie Quantum-Dots oder andere ersetzt werden.«

»… denn immer weitere Blickwinkel sind Kriterien, auf die geachtet wird«, sagt Michael Wöginger, Vorstand der Actron AG.

Markt&Technik: Welche weiteren Trends prägen derzeit das Segment der Displays fürs industrielle Umfeld?
Michael Wöginger, Actron AG: Neben IPS (In-Plane Switching) für gute Ablesbarkeit auch bei breiten Blickwinkeln ist ein einheitliches industrielles Interface mit langer Verfügbarkeitsgarantie (5 Jahre plus) gefragt, außerdem High Brightness gepaart mit langer Lebensdauer der LEDs. Touch ist immer ein Thema, hier setzen die Kunden auf kapazitive Multitouchtechnologie. Neue Technologien sehen wir im Bereich der AMOLEDs.

Auf welche Bildschirmdiagonalen fokussiert Actron?
Wir konzentrieren uns auf Diagonalen bis 21,5 Zoll. Dazu zählt der Small-Medium-Size-Bereich von 3,5 bis 7 Zoll, also der Standard für industrielle Applikationen. Im Segment 10,1 wie auch 12,1 Zoll erfahren derzeit viele Displays neue Designs, hier gibt es auch noch Unterschiede in der Auflösung und beim Interface.

Wie sieht’s in puncto LCD-Technologien aus, welche dominiert?
AM-TFTs dominieren den Markt, 75 Prozent der neuen Designs gehen aufs Konto von Farbdisplays. Aber alle monochromen Technologien (TN/STN/FSTN/VA/BTN) haben weiterhin ihre Berechtigung und finden noch ihren Einsatz. Nicht vergessen darf man PMOLED, hier haben wir jährlich mehr und mehr Projekte.

Sehen Sie in naher Zukunft eine Chance für OLED in der Industrie oder könnte gar Quantum Dots stattdessen zum Zuge kommen?
Bei den schon genannten Passiv-Matrix-OLEDs (PMOLEDs) muss man darauf achten, die Rahmenbedingungen zu erfüllen. Den Einbrenneffekt kann man durch Workarounds vermeiden, aber werden OLEDs in sehr warmer Umgebung eingesetzt, hat man ein Problem. Generell lässt sich festhalten, dass die Lebensdauer gelber OLEDs bei 150.000 Stunden spezifiziert ist, bis die Hälfte der Leuchtkraft erreicht ist. Aktiv-Matrix-OLEDs (AMOLEDs) sind im Kommen, könnten aber durchaus durch Technologien wie Quantum-Dots oder andere ersetzt werden.

Was tut sich bei den Schnittstellen, bahnt sich so langsam die Ablösung von LVDS als dominierendem Interface an?
LVDS wird sicherlich in naher Zukunft gesetzt bleiben, alternative Schnittstellen werden aber definitiv eine große Rolle spielen. Man muss sich hier die Displaytechnologien mit den Auflösungen ansehen und dann die entsprechende Schnittstelle auswählen.