E-Signage-Displays sind ausgelegt für Dauerbetrieb, gute Ablesbarkeit und erweiterten Temperaturbereich Interaktion bei E-Signage-Lösungen ist im Kommen

Auch wenn E-Signage-Displays, also das elektronische Plakat, derzeit eher noch traditionell analog dem Werbeplakat verwendet werden, um dem Betrachter Informationen visuell nahe zu bringen, sind sich die Experten darin einig, dass Interaktionen etwa via Touch an Bedeutung gewinnen.

Die Größe des E-Signage-Displays hängt von der jeweiligen Anwendung ab, für Werbung sind Größen ab 30 Zoll typisch, für Preisauszeichnungen und POI/POS-Applikationen liegen die Diagonalen durchaus auch im 1-stelligen bis niedrigen 2-stelligen Zollbereich. Gefordert sind »störungsfreier Dauerbetrieb, keine irreversiblen Bildretentionseffekte, gute Ablesbarkeit auch bei starkem Lichteinfall und ein großer Temperaturbereich«, betont Johannsen, Projektmanager Business Development bei Sharp Microelectronics Europe.

Weil jeder Display-Ausfall kommerzielle Folgen für den Betreiber hat, »müssen E-Signage-Displays für einen störungsfreien Dauerbetrieb ausgelegt sein, rund um die Uhr 24 h am Tag, sieben Tage die Woche«, betont Johannsen. Daraus ergeben sich gehobene Anforderungen an die Elektronik zur Steuerung von LCD-Panel und Hintergrundbeleuchtung, aber auch an die Flüssigkristalle selbst, denn auch im Dauerbetrieb »dürfen bei der Anzeige von statischen Bildern keine irreversiblen Bildretentionseffekte auftreten«.

Im Außen- und Halbaußenbereich müssen E-Signage-Displays (synonym wird auch der Begriff Digital Signage verwendet) auch bei starkem Lichteinfall ablesbar bleiben, was entweder durch eine besonders starke Hintergrundbeleuchtung und/oder durch transflektive Displays erreicht wird. Im Freien ist zudem ein erweiterter Temperaturbereich nötig, um wetter- und jahreszeitbedingten Temperaturschwankungen zu widerstehen, ggf. ist gar eine Klimatisierung des Gehäuses notwendig. »Im öffentlichen Raum spielen überdies Schutz vor Staub, Feuchtigkeit und Vandalismus eine wichtige Rolle«, betont Johannsen. Letzters zu erfüllen sei jedoch »Sache der Systemintegratoren, nicht der Displayhersteller«. Sharp konzentriere seine Anstrengungen auf Optimierungen der E-Signage-Displays, also 24-h-Dauerbetrieb, gute Ablesbarkeit bei Sonnenlicht und ggf. erweiterte Betriebstemperaturen.

E-Signage-Displays sind bislang meistens Informationsdisplays im öffentlichen Raum wie Flughäfen, Bahnhöfen, Shoppingzentren, Hotels und Schnellrestaurants, wo die Distanz zum Betrachter häufig vier, fünf und mehr Meter beträgt. Folglich »eignen sich für solche An-wendungen Displays erst ab ca. 30 Zoll«, erläutert Johannsen. Für E-Kiosk und Point-of-Sale-Systeme werden kleinere Displays bis ca. 12 Zoll, die in ihren Anforderungen Industriedisplays ähnlich sind, eingesetzt.

Seitens der Kunden habe in jüngster Zeit »unsere Erfahrungen gezeigt, dass Systemintegratoren häufig auf fertige E-Signage-Monitore, weniger auf Displaypanels zurückgreifen, weil die Kernkompetenz dieser Firmen häufig in der Netzwerktechnik, nicht aber im Elektronikdesign liegt«. Bei den Monitoren gehe der Trend derzeit zu »extrem schmalen Rahmen«, um damit große Videowände aus mehreren Elementen aufbauen zu können. Zur diesjährigen Funkaustellung ifa hatte Sharp einen neuen 60-Zoll-Monitor mit einer Rahmenstärke von nur wenigen Millimetern vorgestellt und daraus eine Videowand aus mehr als 100 Monitoren aufgebaut. Der Abstand zwischen den Monitoren beträgt dabei nur 6,5 Millimeter, so dass bei Betrachtung aus einigen Metern ein nahezu nahtloses Bild entsteht.