Displaytrends2017: 5 Fragen an Densitron »Gute Kontrast- und Blickwinkelwerte…«

Marc Corrigan: "E-Paper mit einer zusätzlichen Farbe zu Schwarz und Weiß wie etwa Rot ist heute schon machbar und steht kurz vor der Serieneinführung. Eine vollfarbige Technik ist aktuell noch Zukunftsmusik."
Marc Corrigan, Densitron: »TN-Panels können dagegen auf älteren Anlagen produziert werden, die sich auch bei kleineren Mengen effizient betreiben lassen.«

… sind fast schon Voraussetzung im Industriesektor«, versichert Marc Corrigan, Business Development Director bei Densitron Deutschland. Sogar bei einfachen TN-TFTs gebe es fast keine Invertierung oder Blickwinkellimitierungen mehr.

Markt&Technik: Welche Vorteile bieten denn fortgeschrittene Display-Technologien wie IPS?
Marc Corrigan, Densitron: Obwohl die Unterschiede sich meistens nur im direkten Vergleich zeigen, setzen dennoch Kunden immer mehr auf hochwertige IPS-TFTs, weil sie davon ausgehen, hier eine hochwertigere und zukunftssichere Lösung zu bekommen. Deshalb fokussieren auch wir soweit wie möglich auf diese Technik. Zu beachten ist allerdings, dass IPS-Displays nur von neuesten Fertigungsanlagen produziert werden können, sodass mitunter sehr hohe Mindestlosgrößen eine Voraussetzung für die Produktion sind. Die langfristige Verfügbarkeit ist daher maßgeblich davon abhängig, ob das Format gut gewählt ist und somit in großen Mengen läuft. TN-Panels können dagegen auf älteren Anlagen produziert werden, die sich auch bei kleineren Mengen effizient betreiben lassen. Die Unterschiede in der optischen Performance werden oft mit Enhancement-Folien ausgeglichen, was für viele Anwendungen ausreicht.

Wohin geht der Trend bei den Bildschirmdiagonalen?
Densitron füllt sich traditionell am wohlsten im Bereich von 1 bis 15 Zoll, obwohl dieser von uns langsam nach oben hin ausgebaut wird (vor allem in Richtung Monitor- oder Smart-TFT-Lösungen, kombiniert mit In-house-SBCs). Wir versuchen derzeit zudem, auf Besonderheiten zu fokussieren wie »Stretched«- und »Bar-Cut«-Varianten sowie besonders hochauflösende Displays.

Wie sieht’s in puncto LCD-Technologien aus, welche dominiert?
Wir kommen aus der Mono-LCD-Ecke, daher macht Mono-LCD auch noch einen guten Anteil unseres Umsatzes aus. Nach wie vor gibt es neue Geschäfte mit Mono-LCDs, verglichen mit TFT und OLED ist das aber ein Nischenbusiness. Kunden von Mono-LCDs tendieren auch deswegen noch zur älteren Technik, weil sie sich eine längere Verfügbarkeit davon versprechen. Der TFT-Markt hat den Ruf, schnelllebig zu sein. Dies ist er im Vergleich mit Mono-LCD auch, aber mit der richtigen Wahl kann man durchaus auf modernere TFT oder OLED setzen. Wichtig ist, dass man sich von vorneherein ausreichend Flexibilität berücksichtigt, um bei Abkündigungen ohne viel Aufwand auf einen Nachfolger umsteigen zu können.

Sehen Sie in naher Zukunft eine Chance für OLED in der Industrie?
Die OLED-Hersteller sind momentan bestens ausgelastet - sowohl bei PMOLED als auch AMOLED. Während PMOLEDs weiterhin in Anwendungen Platz finden, werden - wo Kontrast und eine hochwertige, meist monochrome Optik gefragt ist - AMOLEDs nun in den nächsten 5 Jahren zu den bisher unschlagbaren TFTs aufschließen. Dies zeigen das massive Investment, das aktuell in China stattfindet, und der unaufhaltsame Fortschritt der Technik im Bereich der Smartphones und Fernsehgeräte. Weil der Einbrenneffekt nach wie vor ein limitierender Faktor ist sowie generell die begrenzte Lebensdauer, kann man die Technik im Industriebereich auch nur für Anwendungen empfehlen, die nicht im 24/7-Dauerbetrieb verwendet werden und im besten Fall nur bei Verwendung auf volle Helligkeit hochgefahren werden. Bis zur halben Helligkeit kann man bei farbigen AMOLEDs von 15.000 bis 30.000 Betriebsstunden sprechen, was immens viel ist, wenn das Gerät tatsächlich nur bei aktivem Gebrauch etwas anzeigen muss.

Was tut sich bei den Schnittstellen, bahnt sich so langsam die Ablösung von LVDS als dominierendem Interface an?
Schnittstellen sind abhängig von der Technologie und Größe des Displays – beispielsweise wird LVDS meistens erst ab 7,0-Zoll-TFT angeboten. Darunter findet man RGB-Digital- oder CPU-Schnittstellen, neuerdings auch MIPI (gerade bei den aus Smartphones stammenden AMOLEDs). Nach wie vor gibt es auch noch eine Nachfrage für SPI-Schnittstellen, wenn der Hauptprozessor bei der Datenrate einer 18-Bit-RGB-Schnittstelle überfordert wäre. Viele Kunden steigen aktuell von mono-LCD auf TFTs um, möchten dabei aber möglichst nah an ihrer alten Elektronik-Plattform bleiben, um die Kosten und Komplexität nicht unnötig in die Höhe zu treiben. Bei größeren Displays wird sich vermutlich HDMI als Standard durchsetzen, was dem Nutzer auch eine einfache Integration ermöglicht.

Bilder: 5

Densitron-5-Fragen

Galerie für 5-Fragen-Interview mit Densitron