Ruzicka-Preis für ETH-Professor Grünere LED für Displays der nächsten Generation

ETH-Professor Chih-Jen Shih
ETH-Professor Chih-Jen Shih

Für die Entwicklung einer LED mit unerreichtem Farbspektrum hat Chin-Jen Shih, Assistenzprofessor an der ETH Zürich, den Ruzicka-Preis 2017 erhalten.

Die nächste Generation von Displays für Computer, Fernseher und Smartphones wird fast das gesamte Farbspektrum abdecken, das das menschliche Auge wahrnehmen kann. Für diese Applikationen hat Chih-Jen Shih, seit 2015 Assistenzprofessor an der ETH Zürich, nun eine neue Generation von LEDs entwickelt, die ein sehr reines grünes Licht erzeugen. Mit Hilfe solcher LEDs – in Kombination mit roten und blauen LEDs – ist es möglich, 97 Prozent aller Farben im aktuellen internationalen Farbraumstandard für ultrahochauflösende Bildschirme zu erzeugen. 

Shih beschreibt seine Entdeckung als »die effizienten Leuchtdioden, die gleichzeitig die reinsten Farben liefern« und verweist auch auf die geringen Kosten, die bei der Herstellung solcher LEDs anfallen.

Shihs aktuelle Forschung umfasst die Bereiche Nanomaterialien, Oberflächen- und Grenzflächenforschung sowie die Optoelektronik. Sein Fokus ist die Erforschung der fundamentalen Physik und Chemie an den Oberflächen und Grenzflächen von Nanomaterialien. Ziel ist es, die nächste Generation von Materialien zu entwickeln, die in kostengünstigen, leistungsfähigen und elektronischen Geräten wie zum Beispiel Wearables zum Einsatz kommen.

Der Ruzicka-Preis,…

…der nach dem Nobelpreisträger Leopold Ruzicka benannt ist, wird seit 1957 an junge Forschende vergeben, die Herausragendes auf dem Gebiet der Chemie geleistet haben. Der Ruzicka-Preis wird durch Gelder aus der schweizerischen chemischen Industrie ermöglicht und ist neben dem Werner-Preis der bedeutendste Schweizer Preis für Nachwuchsförderung in der Chemie. 

Das jeweilige Kuratorium hat seit der ersten Vergabe etliche Talente entdeckt: Auf der Liste der Preisträger stehen beispielsweise Namen wie Richard Ernst (Magnetische Resonanz, Nobelpreis 1991) oder Charles Weissmann (Prionenforschung, Robert-Koch-Medaille 1995).