Zettler electronics Gezielter Ausbau des Display-Geschäfts

Grund für den „Carve out” des Display-Geschäfts am 1.1.2013 von Zettler zur AZ Displays GmbH seien zum einen die „relativ geringen Synergien zwischen der Elektromechanik und der Display-Technologie”, begründet AZ-Displays-Geschäftsführer Stefan Schlosser. Zum anderen sei der „gezielte Ausbau des Display-Geschäfts” wesentlicher Teil der Strategie.

Welche Umsatzziele haben Sie sich denn gesteckt?

Stefan Schlosser: Weil wir als kleines und junges Unternehmen am Start sind, sind wir in der glücklichen Situation, auch hohe prozentuale Steigerungen noch realistisch erreichen zu können. Das Potenzial ist weit größer als das bisher erschlossene Geschäft. Natürlich ist klar, dass wir momentan geplante Verdoppelungen des Volumens nicht endlos wiederholen können; ein nachhaltiges, deutliches Wachstum erachten wir aber als sehr realistisch. Klar ist, dass wir unser Team weiter verstärken müssen, um diese Ziele erreichen zu können. Derzeit sind wir vor allem im vertrieblichen Umfeld dabei, zu wachsen.

Welche Regionen adressiert AZ Displays, ändert sich hier etwas?

Nein, an unserer prinzipiell guten Aufstellung ändert sich nichts: Europa ist unser Markt, Deutschland unser Schwerpunkt. Wir haben in Deutschland einen Außendienst, der überregional von unserem Firmensitz aus agiert. Überdies kann aber auch der Vertrieb unserer Produkte über Distributoren oder Systemintegratoren als Erweiterung zum Direktvertrieb in Frage kommen. Eigenständige, lokale Niederlassungen oder Außenbüros sind derzeit noch nicht geplant. Im europäischen Ausland werden wir sowohl das Direktgeschäft als auch die Zusammenarbeit mit Distributoren forcieren. Für eine konkrete Planung europäischer Niederlassungen ist es im Moment noch zu früh.

Welche Branchen adressieren Sie in erster Linie?

Der mit Abstand größte Markt für uns sind derzeit die industriellen Anwendungen. Wesentlichen Anteil an unserem Geschäft haben aber auch die Haus- und Sicherheitstechnik sowie die Energietechnik. Zudem sind die Märkte in der Medizintechnik sowie MSR von Bedeutung.

Was produziert die Zettler-Gruppe selbst, was wird extern produziert oder zugekauft?

Innerhalb der Zettler-Gruppe, zu der die AZ Displays GmbH ja nach wie vor gehört, fertigen wir vor allem in China unsere eigenen Produktlinien. Die Fertigungskapazitäten sind ausgerichtet auf den Displaymodulbau für LCD, LED, OLED und die Integration von Touchsensoren - auch in Kombination mit Frontfolien oder Frontgläsern. Die benötigten Platinen werden mit unseren Bestückungs--
automaten und der anschließendem Reflow-Lötstraße hergestellt und können umgehend den Kundenwünschen angepasst werden. Sofern spezielle Kundenwünsche über unser derzeitiges Spektrum hinausgehen, werden diese bei Bedarf auch mit Komponenten unserer externen Partner erfüllt.

Welche Stückzahlen nimmt ein typischer Kunde im Jahr ab?

Durch unser breites Produktspektrum aus eigener Fertigung sowie Zukauf ist es schwierig, hier einen typischen Kunden zu definieren. Die Volumina reichen von einigen 100 bis hin zu zigtausend Displays.

Wen im Markt sehen Sie als typischen Mitbewerber?

Schlosser: Wenn wir diese Frage von der Unternehmensgröße her betrachten, so ist das Feld der Mitbewerber momentan sicher überschaubar. Dabei wird in vielen Fällen ein Vergleich schwierig bleiben, weil wir durch die Fertigungslinien innerhalb der Zettler-Gruppe kein klassischer Distributor sind. Mittelfristig werden wir uns dem Wettbewerb in einer wesentlich größeren Dimension stellen müssen.