Display-Trends: 5 Fragen an Data Modul »Gefragt sind Displays mit immer höherer Auflösung«

Philipp Meinhardt, Data Modul: »OLED steht für Industrieanwendungen bereit, befindet sich aber nach wie vor noch in den Startlöchern.«
Philipp Meinhardt, Data Modul: »OLED steht für Industrieanwendungen bereit, befindet sich aber nach wie vor noch in den Startlöchern.«

Full-HD-Auflösung »wird immer mehr in den Diagonalen größer als 12,1 Zoll angefragt, auch wenn geringere Auflösungen nach wie vor weit verbreitet sind«, konstatiert Philipp Meinhardt, Head of Marketing Communications der Data Modul AG. Prinzipiell gehe der Trend aber zu Displays mit hoher Auflösung.

Markt&Technik: Welche grundsätzlichen Trends lassen sich denn bei Displays 2017 noch beobachten?

Philipp Meinhardt, Data Modul: Displays mit hoher Helligkeit sind in der Regel vor allem bei Handhelds für den Einsatz im Außenbereich gefragt. Wir offerieren alternative Displaytechnologien - wie etwa Blanview von Ortustech - für Applikationen, in denen Sonnenlichttauglichkeit ebenso wichtig ist wie Energiesparsamkeit. Diese beiden Anforderungen sowie die der Qualität des Ablesewinkels sind stark abhängig von der Art der Applikation und grundsätzlich gut mit den bestehenden, technologischen Möglichkeiten zu erfüllen. Zudem werden bei Neu-Designs Displays im 4:3-Format durch Anzeigen Wide-Format in den Diagonalen 7,0, 15,6 oder auch 18,5 Zoll ersetzt. Die PCAP-Touch-Technik ist mittlerweile auch im Industrie-Alltag angekommen, vor allem die Möglichkeiten hinsichtlich Produktdesign, Robustheit und Usability überzeugen die Industriekunden. Aber auch die resistive Touch-Technologie und andere, alternative Arten von Bedienkonzepten (Encoder, Tastaturen) sind nach wie vor applikationsabhängig gefragt. Im Moment ist die 2-Finger-Bedienung für industrielle Applikationen zumeist ausreichend, so dass Multitouch verhältnismäßig selten benötigt wird.

Wohin geht der Trend bei den Bildschirmdiagonalen?

Die wichtigsten Diagonalen im Bereich der TFT-Displays für industrielle bzw. professionelle Applikationen liegen zwischen 5,7 und 15,0 Zoll im 4:3- und zwischen 7,0 und 18,5 Zoll im Wide-Format. Durch unser breites Anbieter-Portfolio können wir Technologie-übergreifend Displays in den Diagonalen von 1,2 bis 100 Zoll anbieten.

Wie sieht’s in puncto LCD-Technologien aus, welche dominiert?

In den von uns adressierten Märkten sind TFT-LCD-basierende Anzeigesysteme klar dominierend. Jedoch gibt es auch - neben Haushaltsgeräten - Applikationen, in denen der Einsatz von grafischen, passiv-LCDs und alphanumerischen, passiv-LCDs die ideale Lösung darstellt.

Sehen Sie in naher Zukunft eine Chance für OLED in der Industrie oder könnte gar Quantum Dots stattdessen zum Zug kommen?

OLED steht für Industrieanwendungen bereit, befindet sich aber nach wie vor noch in den Startlöchern. Trotz ausgereifter Produkte herrscht ein eher überschaubarer Bedarf für industrielle Applikationen. Im Consumermarkt haben OLEDs in Smartphones und TVs einen festen Platz eingenommen, es bleibt aber abzuwarten, ob die Technologie auch wieder im Industriemarkt angenommen wird. Mit der Quantum-Dots-Display-Technologie in LCD-Displays sind Produkte mit ähnlicher optischer Performance verfügbar. Bisher haben allerdings die Hersteller von Industriedisplays noch keine Quantum-Dots-Displays in ihrem Produkt-Line-up. Im Augenblick ist die Technologie preislich auch noch nicht attraktiv genug, um einen großen Durchbruch schaffen zu können.

Bahnt sich bei nativen Schnittstellen so langsam die Ablösung von LVDS als dominierendem Interface an?

eDP kommt aus dem Notebook-Markt und hält auch Einzug in Industrieapplikationen. LVDS wird jedoch mittelfristig das vorherrschende Interface bleiben. Bei Displays mit großen Diagonalen in UHD-Auflösung spielt zunehmend V-by-One eine dominierende Rolle.

 

Bilder: 4

ES-Data-Modul-5-Fragen

Bildergalerie zu 5 Fragen, 5 Antworten von Data Modul