Broadcom FTC genehmigt Brocade-Übernahme gegen Auflagen

Der  Fibre Channel Host Bus Adapter vom Typ Emulex Gen 6 (16/32Gb) der LPe31000/LPe32000-Serien von Broadcom
Der Fibre Channel Host Bus Adapter vom Typ Emulex Gen 6 (16/32Gb) der LPe31000/LPe32000-Serien von Broadcom

Broadcom kommt der Forderung der FTC nach und baut eine Firewall, um nach dem Kauf von Brocade nicht an heikle Informationen gelangen zu können.

5,9 Mrd. Dollar will sich Broadcom die Übernahme von Brocade Communications Systems kosten lassen. Die Federal Trade Commission (FTC) hatte jedoch aus kartellrechtlicher Sicht Bedenken. Denn Broadcom hat Zugang zu vertraulichen Geschäftsinformationen von Cisco, der gleichzeitig wichtigster Wettbewerber von Brocade ist.

Brocade dominiert den Switching-Markt für optische Fiber Channel Storage Area Networks (FC-SAN), an dem das Unternehmen einen Anteil von 70 Prozent hält. Damit passt es in die Strategie der seit 2015 zu Avago gehörenden Broadcom: Firmen zu übernehmen, die zu den bestehenden Portfolio komplementäre Techniken anbieten und über hohe Anteile in ihren jeweiligen Märkten verfügen.  Die Produkte von Brocade stellen die Verbindung zwischen Servern und Speichereinheiten über Glasfaserkabel her.

Allerdings sind Brocade und Cisco die einzigen Wettbewerber auf dem Markt für Fiber-Channel-Switches, wie die FTC feststellt. Broadcom beliefert beide mit den entsprechenden ASICs. Nun befürchtet die FTC, dass Broadcom für Absprachen zwischen Brocade und Cisco sorgen könnte – zum Nachteil der Kunden, denen damit höhere Preise drohten. Zudem könnte die Zusammenarbeit auch das Innovationstempo verzögern.

Die jetzt getroffene Vereinbarung verhindert, dass Broadcom vertrauliches Material von Cisco anders verwendet als zum Design, zur Fertigung und Verkauf von Fiber-Channel-ASICs an Cisco. Dazu müssen die die Geschäftseinheiten von Broadcom, die die ASICs entwickeln, fertigen und verkaufen, vollkommen von den übrigen Einheiten getrennt werden. Es müssen separate IT-Systeme verwendet werden, die über Sicherheitseinrichtungen verfügen, die nur autorisierten Personen den Zugang erlaubt und die vertraulichen Informationen über Firewalls schützt. Die Kommission wird das über fünf Jahre überprüfen, mit der Option, dies über weitere fünf Jahre tun zu können.

Die FCT arbeitete mit Anti-Trust-Behörden der EU, aus China und Japan zusammen, um die vermutlichen Auswirkungen der Übernahme zu analysieren, Gegenmittel für unerwünschte Folgen zu finden und für die Kunden in den USA positive Vereinbarungen zu treffen.