edC: Endspurt für CfP electronic display Conference feiert 30-jähriges Jubiläum

Prof. Karlheinz Blankenbach: »An dem Jubiläum zeigt sich auch die erfolgreiche inhaltliche und organisatorische Anpassung und Optimierung im Lauf der Jahrzehnte.«
Prof. Karlheinz Blankenbach: »An dem Jubiläum zeigt sich auch die erfolgreiche inhaltliche und organisatorische Anpassung und Optimierung im Lauf der Jahrzehnte.«

Am 24. und 25.2.2016 findet die etablierte electronic display Conference zum 30. Mal statt. »Dies ist doch ein Grund zum Feiern«, sagt Prof. Karlheinz Blankenbach, Vorsitzender des Konferenzbeirats. Wer jetzt noch Fachbeiträge einreichen möchte, sollte sich sputen, der Call for Papers endet am 9.10.

Markt&Technik: Wird es anlässlich des Jubiläums gravierende Änderungen geben?

Prof. Karlheinz Blankenbach: Bewährtes sollte man beibehalten, aber eben auch beständig verbessern. Insofern ist sich der Konferenzbeirat der electronic display Conference einig, den organisatorischen Rahmen für 2016 beizubehalten: Im Wesentlichen sind dies mehrere Keynotes zu Markt- und Technologietrends sowie innovative Fachvorträge. Die Author Interviews als exzellente Networking-Möglichkeit stehen bei den Teilnehmer hoch im Kurs.

Keinerlei Überraschungen also?

Doch, der Konferenzbeirat und das WEKA-Organisationsteam haben sich einige Überraschungen überlegt. An dem Jubiläum zeigt sich auch die erfolgreiche inhaltliche und organisatorische Anpassung und Optimierung im Lauf der Jahrzehnte. Beherrschten zu Beginn CRTs und kleine LCDs die Konferenz, waren es Ende der 90er Jahre Matrixdisplays und hier im großformatigen Bereich Plasma-Panels. Hiervon sind quasi nur LCDs übriggeblieben, thematisch aber als Aktiv Matrix Technik mit Optimierungen wie Backlight und die ergonomische Gestaltung des dargestellten Bildinhaltes (GUI, HMI). Neue Displaytechnologien wie OLED und E-Paper sowie Touch Screens waren in vielen Sessions vertreten, ebenso die Display-Messtechnik, Display-Interface und Anwendungen wie automotive und medical. Auch hier gilt also das alte Sprichwort – es ist nichts beständiger als der Wandel.

Ist an den bislang eingereichten Beiträgen ein neuer Trend ersichtlich?

Es sind 4 Wochen vor der Deadline schon viele Beiträge eingereicht bzw. per E-Mail angekündigt worden. Wir werden sehr interessante Vorträge zu Display-Märkten, neuen Technologie-Ansätzen und Applikationen in Nürnberg erleben.

Was kündigt sich denn in puncto industrielle Displays als neue Trends kurz- und mittelfristig an?

Technologisch sind das bei LCDs weitere Optimierungen der Bildqualität wie etwa durch Quantum-Dot-enhanced Backlights und Light-Shaping-Folien. Ein klarer Trend sind flexible Displays, die als curved ja schon in Consumermärkten etabliert sind. Im Bereich automotive liegt ein Schwerpunkt bei Tieftemperatur-Schaltzeiten. Viele OLED-Hersteller offerieren nunmehr Displays für industrielle Anwendungen – hier kommt es auf das gekonnte Matching zwischen Display-Performance und Anwendungsanforderungen an. Generell ist der Trend zu höheren Auflösungen und Bildqualität sowie Touch und optimierten User-Interfaces ungebrochen. Diese Punkte werden bei der edC 2016 von anerkannten Fachleuten adressiert.

Welche Rolle spielen OLED-Displays im industriellen Umfeld, wo werden sie eingesetzt?

OLEDs machen überall dort Sinn, wo ihre Stärken im Vergleich mit LCDs wie tiefstes Schwarz, schnellste Schaltzeiten und Blickwinkelunabhängigkeit zum Tragen kommen. Der industrielle Anwender muss hier aber den höheren Preis und die Langzeitverfügbarkeit berücksichtigen. Im Automobil und in Multimetern haben sich kleinformatigere OLEDs ja bereits etabliert.

Stichwort 4k-Displays – gibt es hier schon Interesse seitens der Industrie?

Die Verfügbarkeit von 4k-Displays (UHD) ist hier weniger das Problem als die Verfügbarkeit des Contents und der 4k-Abspielgeräte sowie der »bezahlbaren« Grafikkarten. Bei Ableseentfernungen ab ca. 3 m ist für die meisten User kaum ein Unterschied zu FHD erkennbar, insofern machen auch höhere Auflösungen wie 8k und 10k nur in wenigen Anwendungen (mit geringem Betrachtungsabstand) Sinn. Deshalb gibt es zwar viele Projekte, die aber bisher den Weg aus dem Labor heraus noch nicht gefunden haben – ähnlich wie bei OLEDs.

Wie sieht's mit der Langzeitverfügbarkeit aus, müssen sich die Kunden von Industrie-Displays nolens volens auf Lebenszyklen ähnlich der Consumerwelt einrichten?

Durch den Trend zu immer höherwertigen Displays mit höheren Auflösungen und Touch rückt zwangsläufig die Obsoleszenz-Thematik in den Blickpunkt. Hier gibt es verschiedene Strategien, die Standardisierung innerhalb von Branchen ist auf alle Fälle ein valides Mittel, dem Problem durch – für Displayhersteller - attraktive Stückzahlen zu begegnen. Ganz wichtig ist auch die kaufmännische Berücksichtigung von Redesigns bereits nach wenigen Jahren. Technisch gesehen ist auf ein möglichst einfaches und verbreitetes elektrisches Interface zu achten sowie die mechanische Konstruktion flexibel auzulegen.

Es wird aber weiterhin dezidierte Industrie-Displays geben?

Ja, auf jeden Fall: Aus meiner Sicht ist die wichtigste Message für industrielle (professionelle) Displayanwendungen, dass sich mehr und mehr Displayhersteller zu professionellen Displays committen. Die Stückzahlen sind zwar im Vergleich mit Consumer-Anwendungen gering und die Qualitätsanforderungen sind höher, dafür kann der Hersteller aber mit einen relativ stabilen Markt mit höheren Margen rechnen. Technologisch ist der Trend in Richtung höhere Auflösung und Ablesequalität (auch bei hellem Umgebungslicht) ungebrochen, in Folge davon ist auch das GUI essentiell. Flexible und transparente Displays halten das Thema spannend, auch in Verbindung mit Industrie 4.0 (IoT).

Das »Deutsche Flachdisplay-Forum (DFF) e.V.« als Verein hat sich ja auf der diesjährigen electronic displays Conference präsentiert. Wie war die Response und gibt es Einflüsse auf die edC 2016?

Das »neue« DFF war eher eine organisatorische Neuausrichtung mit schlankeren Strukturen als eine inhaltliche Veränderung. Selbstverständlich haben wir thematische Optimierungen vorgenommen wie ein für nächste Jahr vorgesehenes Treffen zu »Materials and Processes«, wo es um Material- und Fertigungsaspekte von Displays geht. Dies ist auch für industrielle Anwender wichtig, weil sich hier frühzeitig Trends erkennen lassen. Durch den großen Erfolg des DFF e.V. als Networking-Plattform besteht auch gesteigertes Interesse an der edC – sowohl als Referent als auch als Teilnehmer.