SID-Highlight: Samsung demonstriert transparentes Display E-Paper: »Farbwiedergabe ist noch zu blass«

Auf höhere Auflösungen, Energieeinsparung, 3D und Touch fokussierten die Aussteller auf dem Display-Symposium SID - bei den besonders stromsparenden E-Paper-Anzeigen ist laut Display-Experte Professor Karlheinz Blankenbach »die Farbwiedergabe nach wie vor zu blass, Fortschritte wurden vor allem bei der Steigerung der Reflektivität erzielt«. Als ein Highlight war Samsungs transparentes Display zu sehen.

205 Aussteller präsentierten kürzlich auf dem jährlich stattfindenden Symposium der SID (Society for Information Displays) in Los Angeles 6162 Besuchern (2010: 5679) ihre Neuheiten. Die technische Konferenz mit rund 80 Sessions sowie Workshops und Markt-orientierten Events umrahmte das Treffen der internationalen Displaycommunity. »Die Ausrichtung des Symposiums beginnt bei Grundlagenforschung zu Displaymaterialien und reicht bis zu Displayprototypen«, erläutert Blankenbach von der Hochschule Pforzheim. Der Schwerpunkt der Veranstaltung liege »entsprechend den weltweiten Umsätzen« auf Consumerdisplays für Handys und TV-Geräte. Auch wenn der Großteil der Displays mittlerweile in Fernost produziert wird, waren in Konferenz und Ausstellung auch deutsche Hersteller vertreten - entweder mit eigenen Ständen oder wie zwölf kleinere Unternehmen auf dem vom Bundesministerium für Wirtschaft geförderten German Pavillon, der traditionsgemäß vom DFF (Deutsches Flachdisplay Forum) organisiert wird.

Die Schwerpunkte in der Ausstellung galten neben Materialien und Produktionsequipment vor allem den Aspekten höhere Auflösung, 3D-Funktionalität, Touch-Fähigkeit und energiesparenden (green) Anzeigen wie beispielweise E-Paper.

Höhere Auflösung

Als Folge der hohen Qualität des Retina-Displays in Apples I-Phone4, das mit dem »Display of the Year Gold Award« ausgezeichnet wurde, zeigten alle namhaften Hersteller für mobile Anwendungen Displays mit einer Auflösung von mehr als 300 dpi. Bei großen Panels geht der Trend ebenfalls zu höheren Auflösungen wie Quad HD und 4000 x 2000 Pixel (Samsung 3D). Diese Pixelzahlen »stellen an die Displayansteuerung und das Interface deutlich erhöhte Anforderungen«, betont Blankenbach.

Touch-Screens

Auch hier verhalf Apple den schon lange davor existierenden Touch-Screens zum breiten Marktdurchbruch, und folglich war »die Resonanz bei Konferenz und Ausstellung entsprechend groß«. Der Schwerpunkt galt hier neben Multitouch der Integration der Touchfunktionalität (On-Cell-Touch) mit dem Display.

3D-Displays

Die Dreidimensionalität ist beim Endkunden mittlerweile angekommen, »spannend bleibt aber die Frage, welches System sich durchsetzen wird: Shutter oder Polarisation«, sagt Blankenbach, habe doch jede der beiden Techniken spezifische Vor- und Nachteile. Mark Fihn, Publisher und Chefredakteur von Veritas et Visus, habe es auf den Punkt gebracht: Gewinnen werde die Fernseh-3D-Technologie gewinnen, »die es als erste schafft, 3D mit Brille und 2D ohne Brille gleichzeitig darzustellen«. Neben 3D wurden auch autostereoskopische Displays präsentiert, so von Toshiba fürs Handy, von Samsung Geräte mit bis zu 55 Zoll sowie vom Heinrich-Hertz-Institut Anzeigesysteme im großformatigen Bereich (Multiview für Signage). Angesichts von Apples Marktführerschaft und Dominanz bei Lifestyle-Produkten, haben sich Blankenbach zufolge »viele Teilnehmer gefragt, ob und wann Apple ein 3 D-Gerät auf den Markt bringt«.

E-Paper/energiesparende Anzeigen

Sonnenlichtablesbarkeit und stromsparend sind die typischen Eigenschaften von E-Paper, aber es sind auch Fortschritte bei dieser Technologie zu verzeichnen, die »vorrangig die Steigerung der Reflektivität betreffen«. Entsprechend groß sei der Andrang an den Ständen von E-INK und den Partnerfirmen sowie Bridgestone, Mirasol und den Electrowetting-Firmen gewesen. Kritisch merkt Blankenbach aber an, dass »die Farbwiedergabe von klassischem E-Paper zu blass ist, um eine breite Akzeptanz zu erzielen«. Dies könne immerhin ein Grund sein, weshalb es noch keinen farbigen E-Book-Reader gebe. Somit stelle sich die grundsätzlich Frage, ob diese Geräte in einem multimedialen und Internet-basierenden Umfeld »überleben können, denn deutlich brillanter erschienen hier die 5,7-XGA-Displays von Mirasol«.