First Sensor AG Zukunftsmarkt Fahrzeugsensorik

Area View: Die schummrige Schwarzweiß-Rückfahrkamera war gestern, kommende Fahrzeug-generationen werden eine hochauflösende, kamera-gestützte Rundumsicht bieten. Dabei werden über spezielle ECUs die Bildsignale mehrerer Kameras 
zusammengesetzt und mit anderen Sensorsignalen kombiniert. Die Rechenleistung der ECU erlaubt es, 
dass der Fahrer / die Fahrerin unterschiedliche 
„Blickwinkel“ einnehmen kann – im PKW eher 
ein Gimmick, bei vielen Sonderfahrzeugen ein Muss.
Area View: Die schummrige Schwarzweiß-Rückfahrkamera war gestern, kommende Fahrzeug-generationen werden eine hochauflösende, kamera-gestützte Rundumsicht bieten.

Sensorik im Auto? Das Thema umfasst weit mehr als Fahrerassistenzsysteme und autonomes Fahren. Ob Schadstoffreduzierung, optimierte Antriebe oder Sicherheit – überall sind Sensoren und die Integration von Daten in Fahrzeugsysteme gefordert. Und nicht zu vergessen: Es gibt mehr Fahrzeuge als nur PKW.

Von Wilhelm Prinz von Hessen, Managing Partner, First Sensor Mobility GmbH

Füllstandsensoren, Reifendruckmessung, Ultraschallsensoren, Kameras – bereits heute sind in modernen Fahrzeugen oft mehr als 100 Sensoren unterschiedlicher Komplexität verbaut.

Das Ziel der Automobilhersteller lässt sich den abendlichen Fernseh-Spots entnehmen: Für die Fahrer soll es immer komfortabler und sicherer werden.

Und diese Systeme werden zum Wettbewerbsfaktor: Immer mehr Käufer finden Rundumsichten vom Fahrzeug (Area View), adaptives Licht, Einparkhilfen, Abstands- und Spurhalteassistenten einfach cool und oft kaufentscheidender als Motorendetails.

Damit steigen die Anforderungen…

...Die fehlerhafte Tankanzeige früherer Zeiten mag geärgert haben, wirklich sicherheitsrelevant war sie nicht. Das ist bei Spurhalteassistenten, Einparkhilfen und Tempomaten schon anders – und beim autonomen Fahren eine völlig andere Dimension.

Die Sensorik in Fahrzeugen ist ohne Frage ein Wachstumsmarkt…

...mit enormen Herausforderungen. Die Herausforderungen bleiben dabei nicht auf die Technik beschränkt.

Das ist schon aus der lebhaften Diskussion um die Unfallhaftung beim autonomen Fahren zu ersehen. Fahrer, Automobilhersteller, Systemintegrator, Sensorhersteller – wer haftet?

Auch die Marktstrukturen und das wettbewerbsintensive Umfeld stellen ihre spezifischen Ansprüche an Sensorik-Hersteller, die sich in diesem Markt behaupten wollen. Werfen wir einen Blick auf ein paar interessante Trends:

Automobile Spezialanforderungen

Ein Rechner mit 1 MHz Taktung und 4 kB Arbeitsspeicher – jeder Taschenrechner hat heute mehr, aber die Apollo-Kapsel ist damit bis zum Mond gekommen. Sie lachen? So ähnlich fühlen sich Sensorikspezialisten, wenn sie Sensoren in Fahrzeugen mit denen in anderen Einsatzfeldern vergleichen. Die elektronikfeindliche Umgebung, das geringe Platzangebot, spezielle Bus-Systeme, fehlende Bandbreite in den Bordnetzen, Sicherheits- und Testanforderungen und die – im Vergleich zur Consumer-Elektronik – extrem langen Entwicklungszeiten fordern ihren Tribut.

Nur selten lassen sich daher neueste Sensoren aus dem Massenmarkt verwenden. Die Automobilindustrie fordert nicht nur spezielle Sensoren – sondern auch erfahrene Entwicklungs- und Produktionspartner, die ihre Normen sowie organisatorischen und kommerziellen Anforderungen erfüllen können.

Wer Sicherheit will, braucht Redundanz…

...– das gilt auch für die Sensorik. Weil Systeme im Auto immer häufiger sicherheitsrelevante Funktionen unterstützen, werden Sensoriken redundant aufgebaut. Redundanz meint hier nicht allein schlichte Dopplung, sondern zunehmend die Kombination mit anderen Sensortechnologien. Ein Beispiel: das Zusammenspiel von Kameras und Lasermesssystemen im Bereich Fußgänger- und Objekterkennung.