Teledyne LeCroy im Interview »Wir wollen die Nummer 1 in der Protokollanalyse sein«

Albert Hanselmann, Teledyne LeCroy: »Wenn wir ein Wachstumsfeld definiert haben, schauen wir, ob es bereits ein Unternehmen gibt, das darin hohe Expertise aufweist – und wenn es dann passt, sind wir für weitere Akquisitionen durchaus offen.«
Albert Hanselmann, Teledyne LeCroy: »Wenn wir ein Wachstumsfeld definiert haben, schauen wir, ob es bereits ein Unternehmen gibt, das darin hohe Expertise aufweist – und wenn es dann passt, sind wir für weitere Akquisitionen durchaus offen.«

Im vergangenen Jahr hat Teledyne LeCroy kräftig in den Ausbau seines Protokollanalyse-Geschäfts investiert. Kevin Prusso, VP Sales and Marketing Protocol Solutions Division von Teledyne LeCroy und Albert Hanselmann, Geschäftsführer der Teledyne LeCroy GmbH, über die Hintergründe der Akqusitionen.

Markt&Technik: Erst Frontline Test Equipment, kurz darauf Quantum Data – das sieht nach einem massiven Ausbau des Protokollanalyse-Geschäfts aus. Was steckt dahinter?

Kevin Prusso: Nun, Teledyne LeCroy ist bereits seit mehr als zehn Jahren sehr aktiv in der Protokollanalyse, nur hat dieser Geschäftsbereich über eine gewisse Zeit etwas im Schatten unseres Oszilloskop-Geschäfts gestanden. Wir sehen aber auch in Zukunft ein enormes Potential darin. Um direkten Anteil daran zu haben und darüber hinaus die neuen Technologien mit lenken zu können, setzen wir unseren strategischen Fokus künftig stärker auf dieses Geschäft. Unser erklärtes Ziel im Geschäftsbereich Protocol Solutions ist es, alle High-speed-Serial-Data-Protokolle zu unterstützen und damit in allen für uns adressierbaren Märkten die Nummer 1 zu werden – sowohl auf der drahtlosen als auch auf der drahtgebundenen Seite. 

Aus den eigenen Reihen wäre das nicht zu stemmen?

Kevin Prusso: Nein – obwohl wir natürlich auch sehr viel Know-how im eigenen Team haben. Aber indem wir uns durch den Zukauf hochspezialisierter Firmen verstärken, die in ihrem Bereich jeweils die Nummer 1 oder zumindest nah dran sind, sind wir deutlich schneller gut positioniert, um die neuen und zukünftigen Märkte zu adressieren.

Das Protokollanalyse-Segment trägt derzeit rund 30 Prozent zum Jahresumsatz von Teledyne LeCroy bei – der Rest entfällt auf das Oszilloskop-Business. Wie wollen Sie diesen Anteil steigern und was ist dabei Ihr Ziel?

Kevin Prusso: Das Oszilloskop-Segment zu übertrumpfen ist natürlich schwierig – dafür sind die Geräte einfach zu gut und zu beliebt. Trotzdem: Unser Umsatz ist über die letzten sechs bis sieben Jahre kontinuierlich kräftig gestiegen. Darauf bauen wir auf und versuchen, den Trend so zu halten oder sogar noch zu verstärken.

Was geschieht mit den Firmen und den Mitarbeitern, die Sie übernommen haben? 

Kevin Prusso: Es ist unser Ziel, diese Firmen mit ihrer Mentalität und Tradition zu erhalten und zu fördern. Wir haben sie ja gekauft, weil sie eine ausgewiesene Expertise auf ihrem jeweiligen Gebiet haben. Diese Expertise ist wertvoll für uns, und wir wollen sie uns zunutze machen. Insofern könnte man sagen, wir »pflegen« diese Unternehmen und ihre Mitarbeiter. Im Grunde genommen ist es das Paradebeispiel einer Win-Win-Situation: Wir verhelfen den übernommenen Firmen dazu, noch erfolgreicher zu sein, und sie helfen uns dabei, die Nummer 1 in allen relevanten Bereichen der Protokollanalyse zu werden. 

Gehen die Firmen in Teledyne LeCroy auf oder bleiben sie eigenständig? Und was wird aus den Marken?

Kevin Prusso: Die Unternehmen werden als Produktlinie in die Teledyne-LeCroy-Strukturen integriert, arbeiten ansonsten aber weiter wie bisher. Der Markenname geht in die Produktbezeichnung mit ein. Dann heißt ein Gerät zum Beispiel Teledyne LeCroy quantumdata 780E.