Göpel Electronic / Interview »Wir erwarten anhaltendes Wachstum im indischen Markt«

Sandeep Reddy Cherukupalli, Niederlassungsleiter Goepel Electronics India, und Jörg Schneider, Geschäftsführer Automotive Test Solutions von Göpel Electronic
Sandeep Reddy Cherukupalli, Niederlassungsleiter Goepel Electronics India, und Jörg Schneider, Geschäftsführer Automotive Test Solutions von Göpel Electronic

Lohnt es sich für ein deutsches Unternehmen, im schwierigen indischen Markt zu investieren? Jörg Schneider, Geschäftsführer Automotive Test Solutions von Göpel Electronic, und Sandeep Reddy Cherukupalli, Niederlassungsleiter Goepel Electronics India, beantworten diese Frage mit einem klaren »Ja«.

Markt&Technik: Vor fünf Jahren hat Göpel Electronic eine Niederlassung in Indien eröffnet. Schwerpunkt des indischen Teams ist der Automotive-Markt.  Wie hat sich dieser in den vergangenen fünf Jahren entwickelt, und wie sehen die Prognosen aus?

Sandeep Reddy Cherukupalli: Wir sind genau zu dem Zeitpunkt in den indischen Markt eingestiegen, als die Effekte der globalen Rezession zu sinken begannen. Ich denke, das war genau der richtige Augenblick. Seitdem ist unsere Niederlassung kontinuierlich gewachsen.

Jörg Schneider: Wir können bestätigen, was Marktforschungsinstitute vorgeben: Wir erwarten ein anhaltendes Wachstum auf dem indischen Markt. Große deutsche Automobilzulieferer sind präsent, aber auch große indische Unternehmen, die nur auf ihrem Heimatmarkt agieren. Die Mobilität einer wachsenden Mittelschicht wird immer relevanter, zudem unterstützt die indische Regierung das wirtschaftliche Wachstum mit Förderprogrammen.

Inwieweit konnte Göpel am wachsenden Markt partizipieren?

Cherukupalli: Ursprünglich beginnend mit nur einem Mitarbeiter ist unsere Niederlassung Schritt für Schritt gewachsen auf nunmehr zehn Mitarbeiter. Wir haben unser Produktspektrum erweitert und verfügen mittlerweile über gut ausgerüstete Büros und Labors mit einem jungen, energischen Team.

Schneider: Von klassischen Service- und Supportaufgaben zu Beginn unserer Aktivitäten in Indien ging die Entwicklung hin zu ganz spezifischen Entwicklungen vor Ort. Zudem hat das Team dort inzwischen einen eigenen, lokalen Kundenstamm aufgebaut. Das sehen wir als deutliche Erfolge des wachsenden Marktes.

Welches sind die größten Besonderheiten und Herausforderungen, vor denen ein deutsches Unternehmen in Indien steht, und wie meistert man sie?

Schneider: Wie in jedem internationalen Kontext sind kulturelle Unterschiede anfangs oft ein Hemmnis beim Abwickeln von Geschäften. Über die sollte man sich im Klaren sein. Beispielsweise dauern Entscheidungsprozesse beim Erteilen von Aufträgen zu Beginn länger, als wir es in Deutschland gewohnt sind. Viele Inder bauen im geschäftlichen Anbahnungsprozess erst eine Beziehungsebene auf. Das ist insbesondere zu Beginn einer Geschäftstätigkeit in Indien schwierig, ändert sich aber im Verlauf der Beziehung sehr zum Positiven. Der Leiter unserer Niederlassung, Sandeep Reddy Cherukupalli, wurde in Indien und in Deutschland ausgebildet und hat somit Erfahrung in beiden Ländern gesammelt. Damit schlägt er sowohl die kulturelle als auch die technische Brücke zwischen beiden Ländern. Außerdem wird jeder Mitarbeiter der Niederlassung in Bangalore zu Trainings nach Jena gesandt, um Berührungsängste abzubauen und technisch geschult zu werden.

Cherukupalli: Zu Beginn unserer Geschäftstätigkeit waren das komplizierte Steuersystem und Schwierigkeiten mit der Zollabfertigung teilweise erschwerend für uns. Allerdings durchlebt Indien aktuell viele Reformen, die den internationalen Handel und auch das Finanzwesen künftig erleichtern sollten.