Saar-Uni / electronica 2016 Wie Sensoren Geisterfahrer stoppen könnten

Der Prototyp, den die angehenden Ingenieure Benjamin Kirsch, Daniel Gillo und Julian Neu (v.l.) an der Saar-Universität gebaut haben, wird im oberen Teil eines Leitpfostens installiert und erfasst im Zusammenspiel verschiedener Sensoren vorbeifahrende Autos.
Der Prototyp, den die angehenden Ingenieure Benjamin Kirsch, Daniel Gillo und Julian Neu (v.l.) an der Saar-Universität gebaut haben, wird im oberen Teil eines Leitpfostens installiert und erfasst im Zusammenspiel verschiedener Sensoren vorbeifahrende Autos.

Studenten haben ein solarbetriebenes Sensorsystem entwickelt, das - montiert in Leitpfosten -Falschfahrer erkennt und Warnungen an Fahrer, Polizei und Verkehrsfunk abgibt. Mit dem Prototyp »Ghostbuster« vertreten die Studenten die Uni des Saarlandes beim »Cosima«-Wettbewerb auf der electronica 2016.

Der Prototyp, den die angehenden Ingenieure an der Universität des Saarlandes gebaut haben, wird im oberen Teil der Leitpfosten installiert, die alle 50 Meter an Fahrbahnen aufgestellt sind. Dort erfasst er im Zusammenspiel verschiedener Sensoren vorbeifahrende Autos und ist dabei auch in der Lage, ein in falscher Richtung fahrendes Auto von anderen Störungen, etwa durch Tiere, zu unterscheiden. Zudem lässt er sich mit veschiedenen Warn- und Informationssystemen verbinden.

Sensortechnologien clever kombiniert

Das System beruht auf der Kombination mehrerer Sensoren: »Im oberen Teil des Leitpfostens ist ein Infrarot-Bewegungssensor angebracht«, erklärt Daniel Gillo von der Saar-Uni. Er baute gemeinsam mit seinen Studienkollegen Benjamin Kirsch und Julian Neu den Prototyp, der künftig Leben retten könnte. »Er erfasst jede Bewegung in einem Umfeld von etwa acht Metern. Dieser Sensor ist im Betrieb ständig aktiv, die Stromversorgung läuft über Solarzellen.«

Fährt ein Auto in seinen Bereich, erfasst der Infrarotsensor sofort die Bewegung und aktiviert zwei Ultraschallsensoren: Diese beiden Sensoren sind an den zwei gegenüberliegenden Seiten des Leitpfostens so angebracht, dass das Auto erst am einen, dann am anderen vorbeifährt. »Auf diese Weise kann das System sehr schnell die Richtung erfassen, die das Auto eingeschlagen hat«, erklärt Julian Neu. 

Die Messdaten der einzelnen Sensoren laufen im Mikrocontroller, dem Gehirn des etwa zwei Streichholzschachteln großen Systems im Innern des Leitpfostens, zusammen: »Hier werden die Informationen ausgewertet und mit mathematischen Algorithmen weiterverarbeitet«, sagt Julian Neu.

Verschiedene Filter verfeinern dabei die Messergebnisse und machen sie noch eindeutiger. »Es können unterschiedliche Module angeschlossen werden, je nachdem, wie jetzt reagiert werden soll: Es kann etwa ein Lichtsignal an einem Warnschild ausgelöst werden, ein Notrufsignal gesendet oder eine Warnmeldung per SMS abgesetzt werden«, erklärt Benjamin Kirsch.