Toshiba in Not Was wird aus Landis + Gyr?

Smart-Meter-Gateway von Landis + Gyr: Toshiba muss den Smart-Meter-und Energy-Management-Spezialisten verkaufen. Noch liegt die Zukunft des 1896 gegründeten Schweizer Unternehmens im Dunklen.
Smart-Meter-Gateway von Landis + Gyr: Toshiba muss den Smart-Meter-und Energy-Management-Spezialisten verkaufen. Noch liegt die Zukunft des 1896 gegründeten Schweizer Unternehmens im Dunklen.

Die Schweizer Metering-Tochter Landis + Gyr würde Toshiba gerne verkaufen, auch wenn die Schlacht um Toshiba Memory die Schlagzeilen derzeit dominiert. Für 2,6 Mrd. Dollar?

40 Prozent an Landis + Gyr hält die Innovation Network Corp. of Japan (INCJ), 60 Prozent Toshiba – und zwar seit 2011. Ziel war es, integrierte Energie-Management-Systeme anzubieten, vom Sensor über das Smart Metering bis zur Automatisierungstechnik. Im Geschäftsjahr 2016 kam der Smart-Meter- und Energie-Management-Spezialist Landis + Gyr auf einen Umsatz von 1,64 Mrd. Dollar, 5 Prozent mehr als im Vorjahr.

Jetzt machen Gerüchte die Runde, dass es einen Käufer gebe, der bereit wäre, 2,6 Mrd. Dollar auf den Tisch zu legen. Bisher war von rund 2 Mrd. Dollar die Rede, die Landis + Gyr angeblich den Bietern Wert sei. Angesichts der rund 18 oder sogar 27 Mrd. Dollar, die die Interessenten für Toshiba Memory bereit sind zu bezahlen, eher Peanuts. Doch absolut gesehen ist das immerhin ein stolzer Preis. Dabei ist noch gar nicht klar, ob sich die 2,6 Mrd. Dollar auf die 100 Prozent von Landis + Gyr beziehen, oder nur auf die 60 Prozent, die Toshiba direkt gehören.

Toshiba bräuchte zwar wegen des Desasters mit der US-Nukleartochter Westinghouse so viel Geld wie möglich und das sofort – scheint sich aber mit der Zukunftsplanung von Landis + Gyr Zeit zu lassen. Zwar besteht der Wunsch, die Schweizer Tochter zu Geld zu machen, derzeit ist aber noch nichts entschieden.  

Siemens hat Gerüchte, an einer Übernahme interessiert zu sein, bereits dementiert. Die Münchner hatten 1998 Elektrowatt, erworben, zu der seit 1995 Landis + Gyr gehörte. Siemens Metering entstand und wurde 2002 wieder verkauft und zwar an KKR, die 2004 an Bayard weiter verkaufte. Von der australischen Investment-Firma überahmen dann Toshiba und INCJ das Unternehmen für 2,3 Mrd. Dollar.  

Was wir aus Landis + Gyr also? Denkbar wäre vieles: ABB hat Übernahmegerüchte bisher nicht offiziell dementiert. Zu Schneider Electric würde Landis + Gyr wahrscheinlich ganz gut passen, auch US-Firmen könnten interessiert sein, genauso wie Private Equity-Firmen. Und schließlich käme immer noch ein Börsengang in Betracht, über den gerade die Schweizer Zeitung »Finanz und Wirtschaft« spekuliert hat.