Standardisierung VDI/VDE gründet Fachausschuss für Thermografie

Der neue VDI/VDE-Fachausschuss »Temperaturmessung mit Wärmebildkameras« im Fachbereich »Optische Technologien« soll für eine höhere Standardisierung bei der Kalibrierung von Thermografiegeräten sorgen.

Wärmebildkameras entwickeln sich zunehmend vom Visualisierungsgerät für Temperaturunterschiede zum berührungslosen Messgerät zur orts- und zeitaufgelösten Temperaturmessung. Für ein Messgerät sind die Spezifikation der Messunsicherheit und die Rückführung auf nationale Standards zwingend erforderlich. Der Nachweis, dass die spezifizierte Messunsicherheit eingehalten wird, muss von herstellerunabhängigen Prüflabors erbracht werden können. Für die Kalibrierung, also den Vergleich der tatsächlichen mit der gemessenen Temperatur, gibt es bei Thermografiegeräten jedoch noch keine einheitlichen und allgemein akzeptierten technischen Regeln, die die Methodik und die zu beachtenden Einflussgrößen beschreiben.

Hier setzt der neue Fachausschuss an: Sein Ziel ist es, technische Regeln zu erarbeiten, um die Voraussetzung für die Weiterentwicklung der Thermografie- zu Thermometrie­kameras zu schaffen. Dieser Übergang soll den Wärmebildkameras neue Anwendungsfelder eröffnen.

Die Arbeitsergebnisse werden in Form einer VDI/VDE-Richtlinie veröffentlicht, die Grundlage einer Akkreditierung nach DIN EN ISO/IEC 17025 bilden wird. Die Internationalisierung der Richtlinie wird angestrebt.

Interessierte Fachleute wie Anwender der Thermografie, Gerätehersteller sowie Experten der berührungslosen Temperaturmessung können sich durch Mitarbeit im Fachausschuss aktiv an der Ausarbeitung der Richtlinie beteiligen. Detaillierte Informationen gibt es in der Geschäftsstelle der VDI/VDE-Gesellschaft Mess- und Automatisierungstechnik (GMA) unter gma@vdi.de.