Medizintechnik/Sensorik VDE-Sonderpreis im »Jugend-forscht«-Finale

Anna Linnéa Hölterhoff (16), Jule Henrika Kuhn (15), Jule Anna Caroline Stevens (16) freuen sich über den mit 1000 Euro dotierten VDE-Sonderpreis für mikroelektronische Anwendungen.
Anna Linnéa Hölterhoff (16), Jule Henrika Kuhn (15), Jule Anna Caroline Stevens (16) freuen sich über den mit 1000 Euro dotierten VDE-Sonderpreis für mikroelektronische Anwendungen.

Drei Kieler Schülerinnen haben im 48. Bundeswettbewerb »Jugend forscht« den VDE-Sonderpreis für mikroelektronische Anwendungen gewonnen. Sie haben eine sehr einfache und kostengünstige Möglichkeit gefunden, Pulsfrequenzen exakt zu messen und den Sauerstoffgehalt im Blut zu bestimmen.

Dazu haben die drei Jungforscherinnen einige bereits bekannte Verfahren vereinfacht und quasi mit Hobbyelementen realisiert. Das Prinzip: Schickt man Infrarotlicht in die Haut und analysiert das reflektierte Licht mit einem Sensor, müsste sich in dem Signal der Pulsschlag abzeichnen.

Entsprechend bauten die Schülerinnen der Ricarda-Huch-Schule in Kiel einen Pulsmesser aus einem Infrarotsensor, einem Display und einem Mikrorechner. Das Gerät misst den Puls, indem ein Finger auf den Sensor gelegt wird. Als Ergebnis zeigt der Bildschirm detaillierte Informationen über die Herzfrequenz an.

Die Idee für ihre Entwicklung kam den drei Jungforscherinnen Jule Henrika Kuhn (15), Jule Anna Caroline Stevens (16) und Anna Linnéa Hölterhoff (16), nachdem sie einen Film über die Funktionsweisen eines EKG sahen. »Wir haben mit dem Puls angefangen und uns gefragt, wie dieser sich präzise messen lässt«, erklären sie.   

Insgesamt hatten sich 189 Jugendliche mit 108 Projekten für das Finale Deutschlands bekanntesten Nachwuchswettbewerbs qualifiziert. »‘Jugend forscht‘ ist seit vielen Jahren sehr erfolgreich, wenn es darum geht, Jugendliche für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik zu begeistern«, unterstreicht Prof. Dr. Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung und zugleich Kuratoriumsvorsitzende der Stiftung Jugend forscht e.V. »Der Wettbewerb weckt Kreativität und schafft Freiräume zur  Entfaltung. Junge Menschen erhalten die Möglichkeit, ihre Ideen auszutesten und zu erleben, was es bedeutet, als Forscherin oder Forscher Neuland zu beschreiten. Jugend forscht leistet auf diese Weise einen gesellschaftlich wichtigen Beitrag zur individuellen Förderung junger Talente.«

Das steht auch für den VDE im Mittelpunkt der Nachwuchsförderung. Die Preisträgerinnen aus Kiel werden daher zu Präsentationen auf Messen und Kongressen eingeladen. Für die Forscherinnen steht fest, dass sie im nächsten Jahr wieder dabei sind. »Wir überlegen schon, was wir beim nächsten Mal machen«, sagt Anna Linnéa Hölterhoff.