Baugruppentest »Unattended Test« - Wunsch oder Wirklichkeit?

Alle ICT/FKT-Systeme der Compact-Serie von Seica sind hinsichtlich Programmaustausch und Prüfadapter voll kompatibel, so dass eine komplette Portierbarkeit vom manuellen zum automatisierten System und umgekehrt garantiert ist.
Alle ICT/FKT-Systeme der Compact-Serie von Seica sind hinsichtlich Programmaustausch und Prüfadapter voll kompatibel, so dass eine komplette Portierbarkeit vom manuellen zum automatisierten System und umgekehrt garantiert ist.

Der Trend hin zu höchstmöglicher Automatisierung macht auch vor dem Baugruppentest nicht halt. Und doch gibt es gravierende Abstufungen zwischen automatischem, automatisiertem und letztendlich dem »Unattended Test«, der ohne jeglichen manuellen Eingriff auskommt.

Ein elektrisches Testsystem für elektronische Baugruppen und gedruckte Schaltungen bezeichnet man in der deutschen ebenso wie in der englischen Sprache mit dem Begriff ATE. Die Bedeutung der letzten beiden Buchstaben ist klar, denn jeder spricht über Test Equipment. Das »A« jedoch ist nicht so eindeutig zu übersetzen: Manche meinen »Automatic Test Equipment«, andere »Automated Test Equipment«. Das mag haarspalterisch erscheinen, doch der Unterschied zwischen den beiden Begriffen ist gravierend.

Eines der bekanntesten Wörterbücher definiert das Wort »automated« so: »Eine automatisierte Fabrik oder ein industrieller Prozess benutzt Maschinen, um die Arbeit zu verrichten, statt Personen.« Man lässt also eine Maschine eine bestimmte Aufgabe verrichten, die eine oder mehrere Personen komplett ersetzt, die die gleiche Aufgabe erledigen. Dasselbe Wörterbuch zum Wort »automatic« beschreibt, dass »eine automatische Maschine oder Gerät etwas ist, was eine Aufgabe durchführt, ohne ständige Bedienung durch eine Person«. Das heißt, dass die ständige Anwesenheit einer Person vor der Maschine nicht durchgehend nötig ist, abhängig von der Aufgabe aber doch mehr oder weniger häufig.

»Übertragen auf die Welt des elektrischen Tests wird die unterschiedliche Bedeutung an einem konkreten Beispiel klar«, erklärt Bernd Hauptmann, Geschäftsführer von Seica Deutschland. »Betrachten Sie nur einmal den Unterschied zwischen einem In-Circuit-Tester, bei dem der Bediener die Baugruppen manuell in den Prüfadapter be- und entlädt und einem Testsystem in einer Produktionslinie, bei dem die Baugruppen mit einem Transportband, dem SMEMA Conveyer, zugeführt werden. Im ersten Fall ist es ein automatischer Test, weil das Testprogramm zwar ohne menschlichen Eingriff alle Messungen an den Komponenten auf der Baugruppe ausführt, das Gerät aber dennoch vom Bediener mit den Prüflingen be-/entladen werden muss. Im zweiten Fall, beim automatisierten Testen, benötigt das Testsystem keine Betreuung durch den Bediener, ist also auch beim be- und entladen des zu prüfenden Produkts autark.«