Nobelpreis für Gravitationsforscher Triumph der Messtechnik

Heller als 70 Trilliarden Sonnen

Wäre dieser Energiebetrag über elektromagnetische Strahlen im Bereich des sichtbaren Lichts abgestrahlt worden, dann hätte das Objekt kurzzeitig heller geleuchtet als alle 70 Trilliarden Sterne des Universums zusammen. Einen winzig kleinen Abglanz dieser Helligkeit erreicht unsere Sonne, indem sie pro Sekunde rund 4 Mio. Tonnen Masse in Form von Strahlungsenergieabgibt.

Wir können also froh sein, dass verschmelzende Schwarze Löcher ihre Energie in Form von Gravitationswellen abgeben, von denen wir nichts merken. Warum ist aber der messbare Effekt trotz der gigantischen Energie so winzig?

Diamant ist gegenüber der Raumzeit fluffig

Günter Spanner gibt in seinem Buch über »Das Geheimnis der Gravitationswellen« eine schöne Erklärung: Die Raumzeit ist sehr hart (S. 73). Wie leicht oder schwer sich eine Substanz zusammendrücken lässt, beschreibt der Elastizitätsmodul. Holz erreicht den 100fachen Wert von Gummi, Stahl den 2.000fachen und Diamant sogar den 12.000fachen Wert. Der auf die Raumzeit anwendbare Modul übertrifft aber den von Diamant um den kaum mehr begreifbaren Faktor von 10 EE 22. Da wundert es nicht, dass Albert Einstein niemals mit einem direkten Nachweis gerechnet hätte.

Übrigens erschütterte der direkte Nachweis die Astronomiewelt noch aus einem anderen Grund: Nur wenige hätten damit gerechnet, dass so massereiche Schwarze Löcher überhaut existieren können. Warum das so ist, darüber zerbrechen sich jetzt die Fachleute den Kopf.

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Nobelpreis für Nachweis der Gravitationswellen

Den Nobelpreis erhielten in diesem Jahr Forscher, die Gravitationswellen zum ersten Mal direkt nachweisen konnten. Wer sie sind und wie die Anlagen zum Aufspüren der Gravitationswellen aufgebaut sind, sehen Sie in der Bildergalerie.