Smart-Metering-Marktführer wird japanisch Toshiba kauft Landis+Gyr

Für 2,3 Milliarden US-Dollar in bar übernimmt Toshiba den schweizerischen Energie-Management-Spezialisten Landis+Gyr. Damit will sich der japanische Konzern bis zum Jahr 2020 zum weltweiten Marktführer im Bereich Smart Grid entwickeln.

Die Marke Landis+Gyr soll laut einer Pressemitteilung des Unternehmens erhalten bleiben. Pläne für Restrukturierungen und für einen Stellenabbau gebe es nicht. Die Konzernführung übernimmt der bisherige COO, Andreas Umbach. Cameron O´Reilly, bislang CEO des Unternehmens, unterstützt den laufenden Verkaufsvorgang und nimmt danach Aufgaben für Toshiba wahr.

Die Aktionäre von Landis+Gyr haben der Transaktion bereits zugestimmt. Sie gilt jedoch noch vorbehaltlich der gesetzlichen und behördlichen Bestimmungen und soll bis zum Ende des dritten Quartals 2011 abgeschlossen sein.

»Wir haben uns über die Jahre eine Führungsposition auf dem Weltmarkt für intelligente Energiemesstechnik erarbeitet«, erklärt Peter Heuell, Geschäftsführer von Landis+Gyr Deutschland. »Toshiba hat dieses Potential erkannt und nutzt es als Plattform in den Markt für Energiemanagement. Gleichzeitig eröffnet Toshiba uns mit seiner Stärke Chancen, die wir zuvor nicht hatten. Diese werden wir nutzen, um unsere Führungsposition hinsichtlich intelligenter Lösungen im Energiemanagement weiter auszubauen. Unserer Überzeugung nach wird Landis+Gyr als eigenständiges Konzernunternehmen von Toshiba seine führende Marktposition weiter ausbauen können.«

Toshiba verfolgt das Ziel, sich in den kommenden zehn Jahren zum weltweit innovativsten Unternehmen für Energiemanagement zu entwickeln. Der Erwerb von Landis+Gyr ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung. Mit dem Zukauf investiert Toshiba in den Ausbau ihrer Smart-Grid-Produkte und -Services und nutzt Landis+Gyr als solide Basis für weiteres Wachstum. »Die Kombination von Technologien und Produkten, sowie die Innovationskraft der beiden Unternehmen und die Beziehungen von Landis+Gyr zu den wichtigsten EVU bergen enormes Potential«, so Heuell.

Eine Reihe weiterer europäischer und amerikanischer Unternehmen hatten ebenfalls großes Interesse an einem Kauf von Landis+Gyr gezeigt. Die Japaner erhielten letztendlich den Zuschlag. Wichtig sei dabei gewesen, dass die Unternehmen gut zueinander passen, hieß es in einer Stellungnahme.

Das im Jahr 1896 gegründete Traditionsunternehmen Landis+Gyr mit Hauptsitz im schweizerischen Zug beschäftigt insgesamt rund 5000 Mitarbeiter gilt als Weltmarktführer im Bereich Smart Metering. Im Januar dieses Jahres hatte das Unternehmen bekannt gegeben, dass es die Fertigung der herkömmlichen Ferraris-Zähler Ende Juni ganz einstellen und sich auf die digitale Technologie konzentrieren werde.