Bitkom zur Weltklimakonferenz Smarte Technologien könnten deutsche CO2-Emissionen halbieren

Digitale Technologien können einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die deutschen Klimaziele zu erreichen, meldet sich der Bitkom anlässlich der Weltklimakonferenz zu Wort.

Im Zeitraum von 2014 bis 2030 haben ITK-Lösungen das Potenzial, die CO2-Emissionen um 288 Millionen Tonnen zu verringern.

Grundlage ist die Studie #SMARTer2030 der Global e-Sustainability Initiative (GeSI) sowie der World Development Report der World Bank Group.

Das entspricht mehr als der Hälfte der Einsparziele von bis zu 562 Millionen Tonnen in den Sektoren Energiewirtschaft, Gebäude, Verkehr, Industrie und Landwirtschaft. Das teilt der Digitalverband Bitkom anlässlich der Weltklimakonferenz mit, die noch bis Freitag in Bonn stattfindet.

‘Weiter-so ist in der Klimapolitik keine Option. Die neue Bundesregierung muss die enormen Chancen der Digitalisierung für den Klima- und Umweltschutz ganz konsequent nutzen’, sagt Bitkom Präsident Achim Berg.

Voraussetzung sei der Ausbau schneller und intelligenter Infrastrukturen. ‘Wir brauchen hochleistungsfähige und digital ertüchtigte Kommunikations-, Energie- und Verkehrsnetze.’

Große Einsparpotenziale birge der Verkehrssektor, in dem die CO2-Emissionen durch digitale Technologien um knapp 40 Prozent auf 115 Millionen Tonnen verringert werden könnten.

Allein in München stünden Pendler jedes Jahr ganze zwei Tage im Stau. Intelligente Verkehrsleitsysteme könnten verstopfte Straßen entlasten, Unfallzahlen verringern und zudem das Klima schonen.

In einigen Ländern seien Systeme auf Basis von GPS- und Sensorinformationen sowie Kameras bereits Praxis und würden weiter ausgebaut, zum Beispiel in Singapur.

‘Intelligente Verkehrsleitsysteme reduzieren Staus, Unfälle und CO2-Emmissionen. Aus Basis der Technologien und Daten lassen sich weitere Anwendungen wie mobile Apps zur Suche freier Parkplätze entwickeln, was wiederum Zeit und Ressourcen spart’, sagt Berg.

Im Energiesektor haben lastvariable und tageszeitabhängige Tarife ein Steuerungspotenzial von bis zu 20 Prozent in Hochlastzeiten – das bedeutet bis zu einem Fünftel weniger Strombedarf aus fossilen Energieträgern und dementsprechend weniger CO2-Emissionen. Berg: ‘Es kann nicht sein, dass Verbraucher immer den gleichen Strompreis zahlen, egal ob die Sonne scheint und der Wind weht oder nicht. Für smarte Tarife, die auch gut für die Umwelt sind, brauchen wir schnelle und intelligente Energienetze und intelligente Stromzähler.’