Kommentar Smart Home: Einstieg nicht verpassen!

Heinz Arnold, Chefredakteur Markt&Technik
Heinz Arnold, Chefredakteur Markt&Technik

Den Komfort verbessern, ein trendiges Lebensgefühl vermitteln, zur Sicherheit beitragen und nebenbei auch noch Energie sparen – das alles liegt im Trend. Es überzeugt die potenziellen Anwender aber nur, wenn sich die Geräte im Haus einfach einbinden lassen und alles auf Anhieb funktioniert.

Denn die Heimautomatisierung soll den Bewohnern das Leben nicht schwerer sondern einfacher machen. Wie sich das umsetzen lässt, darum kümmert sich inzwischen eine Vielfalt unterschiedlicher Firmen: von innovativen Start-ups über Telekommunikationsunternehmen und Energieversorgern bis zu den Herstellern von Hausgeräten, um nur einige zu nennen. Davon konnten sich die Besucher auf der IFA in Berlin überzeugen.

An Ideen mangelt es also nicht. Vor allem gibt es viele interessante Ansätze dazu, wie sich das Problem der Interoperabilität lösen lässt. Denn dies war einer der Gründe, warum sich das Smart Home bisher nicht so recht durchsetzen konnte: Solange sich die Geräte untereinander nicht verstehen, solange es nur Inselsysteme gibt, die sich nicht zu einem ganzheitlichen System ausbauen lassen, solange schreckt das Smart Home die potenziellen Nutzer eher ab. Und solange werden auch Installateure und Großhändler die Smart-Home-Aktivitäten mit Skepsis betrachten.

Doch der Wendepunkt scheint jetzt erreicht zu sein. Die Hersteller arbeiten daran, die babylonische Sprachverwirrung zu beseitigen, die Preise sinken, das Elektrohandwerk wird auf den Trend zum Smart Home aufmerksam, und die Analysten sagen dem Smart Home vorher, über die nächsten Jahre in den Massenmarkt vordringen zu können. Was auf der IFA zu sehen war, ist also keine Zukunftsmusik mehr: Wer sich gute Geschäfte rund um das Smart Home verspricht, der muss jetzt loslegen.  

Auch was Smart Metering betrifft, haben die vergangenen Wochen etwas mehr Klarheit gebracht. Die Kosten-Nutzen-Analyse, die Ernst & Young im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums erstellt hat, zeigt zumindest die Richtung auf, in die es gehen soll. Danach müssen kommunikationsfähige BSI-zertifizierte Gateways (intelligente Messstellen) nur an Punkten installiert werden, die über 6000 kWh pro Jahr abnehmen. Wer unter 6000 kWh pro Jahr auskommt - das sind die meisten Haushalte -, dem reicht ein so genannter intelligenter Zähler, der nicht BSI-zertifiziert sein muss. Es ist unwahrscheinlich, dass nach der Wahl - unabhängig davon, wie sie ausgeht - alles noch einmal grundsätzlich in Frage gestellt wird. Dennoch bleiben viele Details noch offen.

Sowohl was das Smart Home als auch was das Smart Metering angeht, herrscht also noch viel Informationsbedarf. Wer mehr darüber erfahren will, was sich derzeit technisch tut und welche Trends sich auf den Gebieten der Regulierung und der Standardisierung abzeichnen, der ist auf dem 3. Energie & Technik Smart Home & Metering Summit vom 23. bis 24. Oktober in München genau richtig. Hier treffen sich die Experten und diskutieren die Trends rund um das Smart Home. In diesem Jahr dürfte der Kongress besonders spannend sein, denn das vernetzt Heim wird für die Anwender zunehmend attraktiv. Höchste Zeit also, sich mit diesen Themen zu befassen und den Einstieg nicht zu verpassen.

Ihr Heinz Arnold