Sichere Kommunikation zwischen Erde und Satellit Siemens entwickelt Testequipment für die ESA

Forscher des Siemens-Konzerns haben dem Anfang April ins All geschossenen Klimasatelliten Cryosat 2 zu einer fehlerfreien Datenübertragung zur Erde verholfen. Sie entwickelten für die European Space Agency (ESA) ein spezielles Testequipment, mit dem die Kommunikationsanlage des Satelliten schon während des Zusammenbaus auf Herz und Nieren geprüft wurde.

Damit ist sichergestellt, dass die Übertragung solch großer Datenmengen auch bei den extremen Bedingungen im All zuverlässig funktioniert. Cryosat 2 soll einen entscheidenden Beitrag zur Erforschung des Klimawandels liefern.

Um den Zustand der polaren Eismassen genau beurteilen zu können, müssen Eisfläche und Dicke bekannt sein. Die Fläche des Eises wird schon seit den 70er Jahren direkt aus optischen Satellitenaufnahmen abgelesen. Die Dicke konnte bisher nicht genau bestimmt werden - mit CryoSat wird das nun möglich. Der Satellit tastet dazu die Erdoberfläche mit Radarwellen ab. Aber die so entstehende riesige Datenmenge kann er nicht speichern, er muss seine Messungen ständig zum Boden funken. Die Kommunikation muss daher während der gesamten Mission reibungslos funktionieren.

Forscher von Siemens in Wien entwickelten deshalb das so genannte Radio Frequency Checkout Equipment, eine Ausrüstung, mit der das Kommunikations-Subsystem des Satelliten schon während seines Zusammenbaus überprüft werden konnte. So testeten sie beispielsweise, wie zuverlässig der Satellit Befehle von der Bodenstation verarbeiten kann. Denn oft kann es vorkommen, dass das Signal auf dem langen Weg vom Boden zum Satelliten gestört wird, etwa durch den Sonnenwind im All. Auch dann muss der Computer an Bord des Satelliten einen Befehl verarbeiten können. Die Ingenieure sendeten zum Test ein Signal an das Kommunikationssystem, in das sie ganz gezielt Fehler einbauten. An der Reaktion des Satelliten konnten sie ablesen, ob das Signal trotzdem verarbeitet werden konnte. So prüften sie alle Komponenten des Systems und konnten Fehlfunktionen frühzeitig entdecken.

Als nächster Satellit wird im kommenden Jahr ADM Aeolus ins All starten. Auch für ihn haben die Siemens-Ingenieure ein solches spezielles Equipment entworfen. Er wird die globalen Windprofile vermessen, also die Luftströmungen auf der gesamten Erde.