Miet-/Leasing-Geschäft Shareconomy – in der Messtechnik kein neues Phänomen

Clive Nunn, Microlease: »Bis ein gekauftes High-end-Messgerät ausrangiert wird, können die Gesamtbetriebskosten doppelt so hoch ausfallen wie der ursprüngliche Kaufpreis.«
Clive Nunn, Microlease: »Bis ein gekauftes High-end-Messgerät ausrangiert wird, können die Gesamtbetriebskosten doppelt so hoch ausfallen wie der ursprüngliche Kaufpreis.«

»Nutzen statt besitzen« oder auch »mieten statt kaufen« - dieses Motto verbirgt sich hinter dem Begriff Shareconomy. Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen sind damit oft gut beraten: Sie binden kein Kapital und sind dabei immer mit gerade benötigten Messgeräten ausgestattet.

Spätestens seit der diesjährigen CeBIT ist der Begriff Shareconomy in aller Munde. Immer mehr Unternehmen erkennen das Potenzial, das in dem Teilen von Daten, Ressourcen, Gütern und Infrastrukturen steckt. In der Mess- und Prüftechnik ist dies kein neues Phänomen: Statt Geräte zu kaufen, ziehen Unternehmen immer öfter eine Miete in Betracht, die ihnen mehr Flexibilität und Einsparmöglichkeiten bietet.

»Allgemein herrscht die Annahme, dass kaufen kosteneffizienter ist als mieten«, sagt Clive Nunn, Sales Manager, DACH/PL der auf Messtechnik-Vermietung spezialisierten Firma Microlease. »Bei Testgeräten und deren üblichem Einsatz in Unternehmen ist das allerdings ein großer Irrtum. Denn ein Kauf bedeutet Investition. Zunächst einmal muss ein Gerät beschafft werden, dann entstehen Betriebskosten: Ausfallzeiten während der Wartung, Reparatur und Kalibrierung, die Beschaffung eines Ersatzgeräts, die Entsorgung und auch der Abschreibungszeitraum sind bei der Kalkulation zu berücksichtigen. Bis ein High-end-Messgerät ausrangiert wird, können die Gesamtbetriebskosten doppelt so hoch ausfallen wie der ursprüngliche Kaufpreis.« Der Betrag steige noch weiter, wenn man einkalkuliere, dass Geräte oft nicht kontinuierlich im Einsatz seien: »Eine Studie von Frost & Sullivan belegt, dass in der Mess- und Prüftechnik eine Auslastungsquote von lediglich 20 Prozent nichts Ungewöhnliches ist«, so Nunn. »Eine Strategie auf Mietbasis statt auf Direktkauf ermöglicht eine bessere Kostenüberwachung in der Zeit, in der die Geräte eingesetzt werden. Die Kosten sind transparenter und nicht zuletzt sofort steuerlich absetzbar.«

Ein weiterer Vorteil des Mietmodells ist, dass Anwender ihre Messgeräte leichter an aktuellen Projekten ausrichten können. Dies ermöglicht eine genaue, projekt- oder auftragsbezogene Kalkulation: Es wird genau das Gerät und Zubehör gemietet, das gerade gebraucht wird. Danach wird es einfach zurückgegeben. Des Weiteren müssen sich Unternehmen nicht um Kalibrierung und Reparatur kümmern – die übernimmt der Geräteanbieter.

Ebenfalls für ein Mietmodell spricht, dass technische Geräte schnell veralten und sich die Testanforderungen laufend ändern. Mit einem Mietgerät steht ohne großen Aufwand immer das jeweils passende Gerät zur Verfügung. Anbieter wie Microlease haben meist eine Vielzahl verschiedener Gerätemodelle auf Lager, so dass auch kurzfristige Kundenanforderungen erfüllt werden können. Nicht zuletzt ist Mieten nachhaltig: Es schont Rohstoff- und Energiereserven und damit die Umwelt.