Ambient Assisted Living Sensoren als Schutzengel

Seniorin bekommt Ambient Assisted Living erklärt
Seniorin bekommt Ambient Assisted Living erklärt

Ein neu patentiertes Verfahren des Fraunhofer IESE soll für schnelle Hilfe im Notfall sorgen: Eine intelligente Software und Sensoren, die dezent in den Wohnungen Betroffener eingerichtet werden, erkennt gefährliche Situationen und meldet sie sofort an die Notfalldienste.

Über so genannte »Verhaltensnetze« lernen die Sensoren nach und nach typische Verhaltensabfolgen. Im Ernstfall prüfen die Sensoren also zunächst das »normale Verhalten« und melden nur verdächtige Abweichungen von den üblichen Bewegungsmustern.

So wird beispielsweise bei längerem Ausbleiben einer Aktivität der Verdacht auf eine kritische Situation gemeldet. Sofern die Sensoren noch Bewegungsmuster – aber nicht die üblichen – detektieren, agiert das System über einen so genannten multigranularen Rückfallmechanismus, das bedeutet, es werden zusätzliche Informationen auf einer höheren semantischen Stufe gesammelt und ausgewertet.

An dem Patent mitgewirkt haben Forscher und Wissenschaftler des Fraunhofer Instituts für Experimentelles Software Engineering IESE in Zusammenarbeit mit Medizinern des Westpfalz-Klinikums.

Das IESE-Forscherteam um Dr. Holger Storf, mittlerweile am Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI) an der Universitätsmedizin in Mainz tätig, hat in verschiedenen Pilotprojekten bereits die Funktionsfähigkeit des Systems getestet: Dazu richtete das Fraunhofer IESE ein eigenes Labor ein. Daneben wurde auch im Feld, d.h. in einigen Wohnungen von Patienten, getestet und evaluiert.

Die Firma CIBEK, die Konzepte zu intelligent vernetztem Wohnen anbietet und schon im Projekt »ProAssist4Life« mitwirkte, beschäftigt sich derzeit mit der Umsetzbarkeit für einen breiten Markt. Eine wertvolle Unterstützung vor allem für ältere Menschen, die selbstbestimmt und sicher möglichst lange zu Hause leben möchten.