Tektronix setzt weiter auf hohe Integration Sechs Messgeräte in einem Oszilloskop vereint

In der Maximalausstattung können die Oszilloskope der MDO3000-Serie von Tektronix einen Spektrumanalysator, Logikanalysator, Protokollanalysator, einen Arbiträr-Funktionsgenerator und ein digitales Voltmeter enthalten.
In der Maximalausstattung können die Oszilloskope der MDO3000-Serie von Tektronix einen Spektrumanalysator, Logikanalysator, Protokollanalysator, einen Arbiträr-Funktionsgenerator und ein digitales Voltmeter enthalten.

Basierend auf dem Konzept der Mixed-Domain-Oszilloskope vereinen die Modelle der MDO3000-Serie von Tektronix gleich sechs Geräte in einem kompakten Gehäuse. Und noch ein Bekenntnis des Unternehmens zum MDO-Konzept: Die MDO4000B-Serie ersetzt nun die Mixed-Signal-Varianten MSO4000B – bei mehr Leistung und nahezu gleich gebliebenen Preisen.

Gut zwei Jahre ist es her, dass Tektronix den Begriff des Mixed-Domain-Oszilloskops geprägt hat. Die Idee dahinter: Komplexe Designs beinhalten neben analogen und digitalen Signalen zunehmend auch Hochfrequenzanteile, daher brauchen Embedded-System-Entwickler ein Gerät, mit dem sie alle diese Signale zugleich erfassen und analysieren können. Als Antwort auf diese Anforderung integrierte Tektronix damals einen vollwertigen Spektrumanalysator in ein Oszilloskop.

Nun führt das Unternehmen die Integrationsdichte noch einen Schritt weiter und stellt die 6-in-1-Scopes der Serie MDO3000 vor. Neben dem Oszilloskop mit zwei oder vier analogen Kanälen und Bandbreiten von 100 MHz bis 1 GHZ sowie Abtastraten von 2,5 GSample/s im Vierkanal- bzw. 5 GSample/s im Zweikanal-Modus enthalten sie einen Spektrumanalysator (9 kHz bis zur analogen Bandbreite, optional bis 3 GHz), einen Logikanalysator (16 digitale Kanäle), einen Protokollanalysator, einen Arbiträr-Funktionsgenerator und ein digitales Voltmeter.

Wichtig zu wissen: Zwar basieren die MDO3000 auf dem Mixed-Domain-Prinzip, jedoch sind sie im Unterschied zu den MDO4000B-Modellen nicht in der Lage, die analogen, digitalen und HF-Signale zeitkorreliert darzustellen und zu analysieren.

Dennoch ist gerade der integrierte Spektrumanalysator ein Feature, das die Geräte für Entwickler interessant macht: »Aktuelle Studien zeigen, dass mehr als 25 Prozent aller Oszilloskop-Anwender inzwischen mehrmals pro Woche einen Spektrumanalysator nutzen, und dass über 40 Prozent der Embedded-Design-Projekte drahtlose Übertragungsmöglichkeiten enthalten«, erklärt Dave Farrell, General Manager, Mainstream Oscilloscopes und frisch ernannter Vice President Europe von Tektronix. Daher sieht er sein Unternehmen mit dem Konzept der integrierten Spektrumanalysatoren gut aufgestellt: »Als einzige Oszilloskop-Familie mit einem eingebauten Spektrumanalysator ist die MDO-Serie im Hinblick auf diesen Paradigmenwechsel einzigartig positioniert. Jetzt können Ingenieure Analysen sowohl im Zeitbereich als auch im Frequenzbereich mit einem einzigen Instrument durchführen. Im Vergleich zu eigenständigen Oszilloskopen und Spektrumanalysatoren bietet das Mixed-Domain-Oszilloskop MDO3000 die in dieser Klasse beste Leistung und Funktionalität und die Annehmlichkeiten eines einzigen Instruments – und das ohne Leistungsabstriche.«

Aufrüstbar in allen Belangen

Besonderes Augenmerk hat das Unternehmen auf die Aufrüstbarkeit gelegt. »Designs sind heutzutage deutlich kurzlebiger als früher«, führt Farrell aus. »Entsprechend schnell ändern sich auch die Anforderungen der Kunden. Daran müssen wir uns als Oszilloskop-Hersteller orientieren.« Entsprechend sind die MDO3000-Scopes durchgängig und jederzeit aufrüstbar – sowohl hinsichtlich der Leistung (analoge Bandbreite des Scopes und Eingangsfrequenz des Spektrumanalysators) als auch bezüglich der Funktionen. Funktionelle Erweiterungen sind beispielsweise das Hinzufügen von Digitalkanälen, der Protokollanalyse, eines Arbiträr-Funktionsgenerators oder von digitalen Spannungsmessungen. Die Aufrüstung kann vor Ort erfolgen, ohne dass die Geräte zum Hersteller geschickt werden müssen – Ausnahme ist das Bandbreiten-Upgrade von 500 MHz auf 1 GHz, weil hierzu das Board getauscht werden muss. Der Aufschlag für ein nachträgliches Upgrade liegt bei rund 20 Prozent im Vergleich zu einer Bestellung von Anfang an.

Effizientes Debugging

Mit Hilfe der »FastAcq«-Funktion erreichen die MDO3000 eine Erfassungsrate von mehr als 280.000 Signalen pro Sekunde. Mehr als 125 Trigger-Kombinationen stehen für eine automatisierte Analyse von seriellen und parallelen Bussen zur Verfügung. Innovative Wave Inspector Controls und optionale automatisierte Leistungsmessungen runden die Funktionen ab. Darüber hinaus bietet Tektronix neun Options-Pakete für die serielle Protokollanalyse an.

Die integrierte, optionale 50-MHz-AFG-Funktion ist laut Hersteller mehr als doppelt so schnell als bei vergleichbaren Lösungen und ermöglicht achtmal so lange Signale beim Arbiträr-Funktionsgenerator. Das integrierte Digital-Voltmeter (DVM) erlaubt 4-stellige AC-RMS-, DC- oder AC+ DC-RMS-Spannungsmessungen sowie 5-stellige Frequenzmessungen mit einem einfach ablesbaren Display, auf dem Messwert-Änderungen sofort sichtbar sind. Die DVM-Funktion ist kostenlos und wird aktiviert, sobald der Anwender das MDO3000 im Internet registriert.

Preislich liegen die MDO3000-Scopes zwischen 2700 und 11.200 Euro, zuzüglich der Optionen. Im Lieferumfang enthalten ist ein passiver 3,9-pF-Spannungstastkopf. Für Anwendungen mit höheren Geschwindigkeiten sind bei den 1-GHz-Instrumenten passive 1-GHz-Spannungstastköpfe standardmäßig enthalten. Diese Tastköpfe mit geringer Kapazität reduzieren Signalverzerrungen sowie die Auswirkungen auf das Testobjekt und übertragen das zu messende Signal weitgehend unverfälscht zum Oszilloskop.

MDO4000B ersetzt MSO4000B

Nach Überzeugung der Experten von Tektronix verschiebt sich derzeit der Bedarf von reinen Mixed-Signal- hin zu Mixed-Domain-Oszilloskopen ganz massiv. Tektronix reagiert darauf und ersetzt die bisherige MSO4000B- durch die MDO4000B-Familie. Dabei sollen die Preise in etwa denen der MSOs entsprechen, und je nach Modell sogar um rund 15 bis 20 Prozent darunter liegen. »Es hat rund zehn Jahre gedauert, bis MSOs den Markt erobert haben«, betont Farrell. »Wir erwarten, dass sich die Mixed-Domain-Scopes deutlich schneller durchsetzen werden.«