Yokogawa erweitert seine Oszilloskop/Datenrekorder-Serie ScopeCorder ermöglicht Echtzeit-Berechnungen

Yokogawa bietet für seine Oszilloskop/Datenrekorder-Kombinationen namens ScopeCorder DL850 und DL850V (Vehicle Edition) nun auch eine Real-Time-Math-Option (/G3) an. Damit kann der Anwender während einer laufenden Signalerfassung Berechnungen in Echtzeit ausführen und die Ergebnisse quasi live auf dem Display ansehen.

Bis zu 30 verschiedene mathematische Funktionen bieten die ScopeCorder-Modelle DL850 und DL850V mit der neuen Real-Time-Math-Option /G3. Zusätzlich lassen sich mit digitalen Filtern bestimmte Frequenzbestandteile der Eingangssignale isolieren oder herausfiltern. Dazu stehen vier Digital-Filter zur Wahl: Sharp, Gauss, IIR (Butterworth) und Moving Average (gleitender Mittelwert) mit wählbarem Tiefpass-, Bandpass- oder Hochpass-Filter. Die mathematischen Funktionen unterstützen eine maximale Abtastrate von 10 MSamples/s, die Filterfunktionen bis zu 1 MSample/s. Beide lassen sich gleichzeitig auf bis zu 16 Kanälen anwenden.

Auf dem Bildschirm können beliebige Kombinationen von bis zu 16 Kanälen gemessen und mit den direkt dargestellten sowie den berechneten Signalkurven angezeigt werden. Die Kanäle lassen sich dabei unabhängig von den Modulen zuordnen. Zudem unterstützt die neue Option eine Erfassung im Roll-Modus mit einer gleichzeitigen Darstellung der berechneten Kanäle in Echtzeit. Nicht zuletzt lassen sich mit der /G3-Option auch Echtzeit-Trigger auf Basis der Ergebnisse der DSP-Berechnungen auslösen.

Der DL850 verfügt standardmäßig über vordefinierte Funktionen für die vier Grundrechenarten, die Anzeige des Leistungsspektrums, die Phasenverschiebung und die Binär-Umwandlung. Mit einer Option namens /G2 (User defined computation) können anwenderdefinierte Berechnungen aus einer Kombination aus differenziellen und integralen digitalen Filtern und anderen Funktionen erstellt und angezeigt werden. Im Gegensatz zur Real-Time-Math-Option /G3 lassen sich die Ergebnisse dabei jedoch nicht in Echtzeit, sondern erst nach Abschluss der Messung anzeigen. Die beiden Optionen sind unabhängig voneinander einsetzbar.
Die Real-Time-Math-Option erfordert den Einbau einer speziellen DSP-Hardware, die ab Werk integriert, aber auch bei bereits vorhandenen Geräten nachgerüstet werden kann.

Leistungsmessung im Fokus

Einige der Funktionen der neuen Real-Time-Math-Option eignen sich speziell für Leistungsmessungen: »A(S1)*B(S2)+C« berechnet die momentane Leistung, »Active Power« integriert die Leistung pro Periode und gibt einen Trend aus, »Power Integ« integriert die Leistung über die Zeit und »Poly-Add-Sub« berechnet die Gesamtenergie im 3-Phasen-Netz. Mit Hilfe geeigneter Tastköpfe und Stromzangen sowie entsprechender Eingangsmodule können Anwender die Spannungen und Ströme beispielsweise in einem 3-Phasen-4-Leiter-System genau messen. Die o.g. Funktionen berechnen daraus die verschiedenen Leistungswerte (Momentanwert, Trend oder Integration) in Echtzeit. Auch hier lassen sich wieder bis zu 16 Kanäle mit den Messwerten und/oder den berechneten Ergebnissen live auf dem Display darstellen.