Kommentar Schwungvoll in die Sensor-Zukunft

Im Hintergrund sind noch die alten Gebäude zu erkennen
Der Firmensitz von ams in Unterpremstätten bei Graz.

Mit zweistelligem Wachstum glänzt ams dank der Fokussierung auf Sensoren. Das ist aber nur der erste Schritt.

Die Zeiten, zu denen die Halbleiterindustrie zweistellig wuchs, sind schon lange vorbei. Also tut gut daran, wer sich nach neuen Märkten umschaut. Und da kommen sofort die – auch nicht mehr ganz jungen – Megatrends in den Blickpunkt: Kaum eine Firma, die nicht Produkte für die digitale Transformation entwickelt, für IoT, für Smart Homes, Smart Buildings, Smart Cities für Industrie 4.0 und für Connected Driving.

Doch in welchen Sparten lässt sich in diesen Märkten wirklich Geld verdienen? Sensoren lautet die Antwort von ams. Aber nicht die Wald- und Wiesen-Typen, die den Kunden nicht erlauben, sich zu differenzieren.

Spezielle Sensoren, lautet das Motto von ams. Das Unternehmen hat sich in wachstumsträchtigen Märkten nicht zuletzt durch viele Übernahmen über die letzten Jahre eine führende Stellung verschafft. Schon vor einem Jahr sagte CEO Alexander Everke in einem Interview mit Markt & Technik hohe zweistellige Wachstumsraten voraus. Sie sind eingetroffen und es sieht so aus, als ließen sie sich über die nächsten Jahre halten.
 
Und das  Schönste kommt noch: Die Techniken lassen sich untereinander kombinieren, etwa zu monolithisch integrierten Sensoren. Darüber hinaus lassen sich die Daten verschiedener Sensoren zusammenführen – Stichwort Sensorfusion. Das ist dann  nicht nur für High-End-Sensorsysteme für den professionellen Einsatz interessant, sondern für die Consumer-Märkte. Genau dort also, wo die Wachstumsmusik über die nächsten Jahre spielt. Denn für wirkliche Verbesserungen sind auch Consumer geneigt, Geld auszugeben, siehe Smartphones.

Doch die schönsten Sensorsignale werden in Zukunft ganz alleine nichts nützen. Mehrwert zu generieren funktioniert nur mit einer Datenbasis in der Cloud  und folglich mit dem Zugang zur Cloud. Es wird also auch für ams darauf ankommen, die Technologien zu liefern, auf deren Grundlage die Kunden die digitale Transformation vollziehen können.

Die digitale Transformation zu schaffen, dieser Herausforderung muss sich ams auch selber stellen. Denn nur so kann sich das Unternehmen künftig über neue Geschäftsmodelle neue Verdienstquellen erschließen.

Der erste Schritt ist geschafft, das Wachstum ist da. Jetzt dürfen wir gespannt sein, ob ams den zweiten Schritt in Richtung digitale Transformation und Cloud ebenso schwungvoll nimmt wie den ersten.