Rohde & Schwarz / electronica 2016 Remote-Keyless-Entry-Systeme testen

Als zentrale Einheit dient das PXI-basierte Testsystem R&S CompactTSVP mit einer optionalen Embedded CPU.
Als zentrale Einheit dient das PXI-basierte Testsystem R&S CompactTSVP mit einer optionalen Embedded CPU.

Remote-Keyless-Entry-Systeme setzen sich im Automobilsegment durch. Das A und O ist deren sichere Funktion. Auf der electronica 2016 zeigt Rohde & Schwarz eine universelle Lösung zur Überprüfung von Fahrzeugschlüsseln und deren Steuergeräten, basierend auf unterschiedlichen Drahtlos-Technologien.

Dank des modularen und skalierbaren Ansatzes lässt sich das Testsystem sowohl auf Leiterplattenebene als auch auf Geräteebene vielfältig einsetzen: von der Entwicklung über die Produktqualifizierung bis hin zur Massenproduktion.

Der Demonstrator besteht aus der vollautomatisierbaren Schirmkammer R&S TS7124AS, die eine störungsfreie Prüflingsumgebung bereitstellt. Die Kammer ist ausgestattet mit einer applikationsspezifischen Prüflingsaufnahme und angepassten Antennensystemen. 

Hinzu kommt als zentrale Einheit das PXI-basierte Testsystem R&S CompactTSVP mit einer optionalen Embedded CPU. Das System übernimmt beispielsweise die präzise Spannungsversorgung des Prüflings und misst die Versorgungsströme während der unterschiedlichen Betriebsarten auch zeitsynchron zu RF-Bursts einer UWB-Signalisierung. Die drahtgebundene Prüflingskommunikation wie LIN, CAN, I2C oder SPI erfolgt ebenfalls über sie. 

Ein R&S FPS Spektrumanalysator bewertet die HF-Signale im Frequenz- und Zeitbereich. Um die magnetischen Kompasssysteme zu prüfen und zu kalibrieren stehen zusätzlich eine Helmholtz-Magnetspulenanordnung und ein entsprechender 3D-Magnetfeldstromgenerator zur Verfügung. Leistungsfähige Software-Pakete zur Prüfablaufsteuerung und dem Handling der gewonnenen Messdaten runden die Lösung ab. 

Hintergrund

Ob für Remote Keyless Entry (RKE) oder Passive Entry/Passive Start (PEPS) - moderne Fahrzeugschlüsselsysteme verwenden eine Vielzahl drahtloser Kommunikationsstandards zum Austausch der codierten Signale. Bisher kamen sowohl LF-Frequenzen (z.B. 125 kHz) als auch UHF-Frequenzen (z.B. 433 MHz) zum Einsatz sowie ein in drei Raumachsen arbeitendes magnetisches Kompasssystem (z.B. 21 kHz), um den Schlüssel im oder am Fahrzeug zu lokalisieren. 

Die neueste Generation von Schlüsselsystemen kommt dagegen dank Ultra Wideband (UWB) Radio mit nur einem Funkstandard im nichtlizenzierten Frequenzbereich zwischen 3,1 und 10,6 GHz aus. Eine Time-of-Flight-Messung (TOF) verhindert dabei Relais-Attacken und damit den Diebstahl von Fahrzeugen. TOF ermöglicht auch eine Ortsbestimmung des Schlüssels. Manche Hersteller setzen sogar auf Near Field Communication (NFC) als digitalen Fahrzeugschlüssel im Smartphone.

Welche Technologie Hersteller solcher Fahrzeugschlüsselsysteme auch wählen, der Testbedarf in Entwicklung und Produktion ist hoch, um ein störungsfreies Funktionieren zu gewährleisten. 

Rohde & Schwarz zeigt auf der electronica 2016 (Halle A1, Stand 307), wie eine neue Systemlösung Hersteller hier unterstützen kann.