Schweizer Konzern weiter auf Erfolgskurs Rekordjahr für Endress+Hauser

Klaus Endress, Endress+Hauser: »Wir haben uns schneller von den Auswirkungen der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise erholt als erwartet.«
Klaus Endress, Endress+Hauser: »Wir haben uns schneller von den Auswirkungen der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise erholt als erwartet.«

Die Endress+Hauser-Gruppe meldet für 2010 neue Rekordzahlen hinsichtlich Umsatz und Gewinn. Zudem startete das auf Messtechnik und Automatisierungslösungen spezialisierte Unternehmen gut ins neue Geschäftsjahr: Auftragseingang und Umsatz liegen derzeit sogar zweistellig über den Zahlen des Vorjahrs.

Die Endress+Hauser-Firmengruppe steigerte 2010 den Nettoumsatz um 19,8 Prozent auf 1,31 Milliarden Euro – und glich damit nicht nur den Umsatzrückgang des Jahres 2009 aus, sondern übertraf die bisherige Bestmarke des Jahres 2008 deutlich. »Wir haben uns schneller von den Aus­wirkungen der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise erholt als erwartet«, sagt CEO Klaus Endress. »2009 wussten wir manchmal nicht, woher die Arbeit nehmen. Im vergangenen Jahr hatten wir häufig Mühe, alle Aufträge termingerecht abzuarbeiten.«

Die wirtschaftliche Erholung war laut einer Firmenmitteilung von Jahresbeginn an spürbar. Das stärkste Wachstum verzeichnete das Unternehmen in Amerika (+38 Prozent) und in Asien (28,5 Prozent). In Europa wuchsen die Verkäufe um 12,9 Prozent, in Afrika und Nahost um 10 Prozent. »Als Folge der Krise haben die aufstrebenden Märkte schneller an Bedeutung gewonnen als erwartet«, erklärte Michael Ziesemer, COO von Endress+Hauser.

Trotz des starken Einflusses der Wechselkurse verdoppelte Endress+‌Hauser sowohl das Betriebsergebnis (187,4 Millionen Euro, plus 123,2 Prozent) sowie das Ergebnis nach Steuern (126,6 Millionen Euro, plus 114,6 Prozent). Die Zahl der Beschäftigten stieg um 175 auf 8594. Auch in Sachen Forschung und Entwicklung hatte das Unternehmen weder in der Krise noch im vergangenen Jahr gespart: 96,4 Millionen Euro (plus 2,5 Prozent) wandte die Firmengruppe dafür auf, das entspricht 7,3 Prozent des Umsatzes. Die Patentanmeldungen erreichten mit 219 einen neuen Höchststand. Endress+‌Hauser hält weltweit mehr als 4400 »lebende« Patente und Patentanmeldungen.

In den vergangenen Jahren hatte das Unternehmen stark in den Ausbau seiner Kapazitäten investiert. So wurde in Stahnsdorf bei Berlin eine neue Betriebsstätte zur Fertigung von Silizium-Drucksensoren eingeweiht; im elsässischen Cernay sind die Arbeiten am neuen Kundenzentrum des dortigen Werks für Durchflussmesstechnik abgeschlossen. »Mittlerweile stoßen unsere Produktionsstätten schon wieder an ihre Kapazitätsgrenzen«, führt der Firmenchef aus. Die Standorte im badischen Maulburg (Füllstand- und Druckmesstechnik) sowie im sächsischen Waldheim (Glassensoren für die Flüssigkeitsanalyse) werden ebenfalls ausgebaut. Weitere Bauvorhaben – auch außerhalb Europas – sind geplant.

Erneutes Wachstum in 2011 erwartet

Endress+‌Hauser hat einen guten Start ins neue Geschäftsjahr geschafft: Auftragseingang und Umsatz liegen derzeit zweistellig über den Zahlen des Vorjahrs. Obwohl die Firmengruppe für die zweite Jahreshälfte mit einer Abschwächung dieser Entwicklung rechnet, geht der Finanzchef davon aus, dass das vorsichtige Ziel von sieben bis acht Prozent Umsatzwachstum deutlich übertroffen wird. Auch Gewinn und Eigenkapitalquote sollen weiter steigen. 88 Millionen Euro will die Firmengruppe 2011 investieren und weltweit mehr als 600 Arbeitsplätze schaffen.

Dennoch erinnert Firmenchef Klaus Endress daran, dass weiterhin wesentliche Unsicherheiten bestehen. Die Finanzkrise sei noch immer nicht überwunden, die Überschuldung vieler Staaten – insbesondere auch in der Euro-Zone – stelle eine Hypothek für die Zukunft dar. Die politischen Unruhen in Nordafrika und Nahost, aber auch Erdbeben, Tsunami und Reaktorkatastrophe in Japan hätten vor Augen geführt, dass ein Unternehmen jederzeit mit unerwarteten Ereignissen rechnen müsse. »Wir müssen wachsam und beweglich bleiben«, mahnte Endress. »Wir wollen weiterhin die Chancen nutzen, dürfen aber auch die Risiken nicht übersehen.«