embedded world 2017 Neues Systemkonzept für RFID-Sensorik

RFID-Sensorsystem / Fraunhofer IPMS
RFID-Sensorsystem / Fraunhofer IPMS

Wissenschaftler des Fraunhofer IPMS haben ein flexibles, multitagfähiges Systemkonzept für RFID-Sensoren entwickelt, das auch in metallischen Umgebungen erprobt ist. Einen Funktionsdemonstrator zeigt das Institut auf der embedded world 2017.

Sei es in der Produktion zur Erfassung von Maschinen- oder Produktzuständen, in der Umwelttechnik oder im Bergbau: RFID-Sensorik ermöglicht die drahtlose, wartungsfreie Messung von physikalischen Parametern auch in schwer zugänglichen oder schnell rotierenden Umgebungen, in denen andere Messgeräte versagen.

Dabei nutzen die mit Sensoren bestückten RFID-Tags…

...das elektromagnetische Feld eines Readers als Energiequelle und müssen so praktisch nicht gewartet werden, weil sie ohne eigene Stromversorgung auskommen. 

Das am Fraunhofer IPMS entwickelte flexible RFID-Überwachungssystem misst anwendungsspezifische Parameter, wertet sie aus und leitet daraus beispielsweise Ausfallrisiken für Anlagen ab. So lassen sich im konkreten Anwendungsfall Wartungs- und Stillstandszeiten reduzieren und die Anlagenverfügbarkeit erhöhen. 

»Jüngste Tests haben gezeigt,…

...dass unser System auch integriert in festen Installationen in metallischen Umgebungen störungsfrei funktioniert«, erläutert Dr. Andreas Weder, Leiter des Entwicklerteams am Fraunhofer IPMS. »Darüber hinaus ist die aktuelle Version bei Reichweiten bis zu zwei Metern multitagfähig, das heißt es können mehrere Sensor-Tags gleichzeitig erfasst werden.«

Auf der embedded world…

...stellt das Institut einen Funktionsdemonstrator für passive RFID-Sensorik vor, der auch als Customer Evaluation Kit verfügbar ist. 

Teil des Systems ist eine RFID-Middleware, der so genannte ROAD-Server. Dazu Andreas Weder: »RFID-Komponenten unterscheiden sich je nach Hersteller, genutztem Frequenzband, Protokoll, Schnittstelle und Sensor zum Teil erheblich und lassen sich nicht ohne weiteres miteinander kombinieren. Unser ROAD-Server macht es möglich, dass sich beliebige Lesegeräte, Identifikations- und Sensor-Transponder in den verschiedenen Frequenzbereichen – LF, HF, UHF und NFC – und von verschiedenen Herstellern über eine einheitliche OPC-UA-Schnittstelle ansprechen lassen. So können sie flexibel in die Produktionsabläufe integriert werden«. 

Fraunhofer IPMS, Halle 3, Stand 123