PTB Braunschweig Neuer Chef für das internationale Messwesen

Prof. Dr. Roman Schwarz, PTB Braunschweig
Prof. Dr. Roman Schwarz, PTB Braunschweig

Roman Schwartz, Vizepräsident der PTB, ist zum neuen Präsidenten der Internationalen Organisation für Gesetzliches Messwesen (OIML) gewählt worden.

Das Wahlergebnis der 127 Mitgliedstaaten der OIML fiel einstimmig aus:  Prof. Dr. Roman Schwartz, Vizepräsident der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB), wird ab sofort für eine Amtszeit von sechs Jahren die Geschicke der Organisation leiten, deren oberstes Ziel es ist, die Vielzahl der nationalstaatlichen Rechtsvorschriften und messtechnischen Prüfungen von Messgeräten international zu harmonisieren. 

Bereits in seiner Zeit als Vizepräsident der OIML hat Roman Schwartz seine Handschrift hinterlassen: Unter seiner Federführung ist ein neues Zertifizierungssystem, das OIML-CS, entstanden, das die weltweite Anerkennung von Prüfergebnissen für deutlich mehr Messgerätearten und Teilnehmerländer als bisher erreichen soll. 

Am ersten Januar 2018 wird es in Kraft treten….

...Für die Hersteller von Messgeräten bedeutet das: Ein Messgerät, das bereits in einem Land geprüft und zertifiziert ist, sollte im Sinne eines möglichst reibungslosen wirtschaftlichen Warenverkehrs auch in einem anderen Land zugelassen werden können – und dies, ohne die Prüfungsprozeduren wiederholen zu müssen.

Das neue OIML-CS soll schrittweise für möglichst viele Messgerätearten ausgebaut werden. Es ist besonders für solche Mitgliedsländer der OIML interessant, die über keine eigenen Prüflaboratorien verfügen und sich auf die Prüfergebnisse anerkannter Prüflaboratorien anderer Mitgliedsländer verlassen wollen.

Eine Reihe von Herausforderungen…

…warten auf die OIML, ihre Mitarbeiter und ihren neuen Präsidenten: So müssen die mehr als 100 messtechnischen Empfehlungen immer wieder aktualisiert und an neue Technologien angepasst werden. Hierfür müssen immer wieder erfahrene Mitarbeiter in den OIML-Mitgliedsländern gefunden, motiviert und geschult werden. 

Auch die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft wird nicht vor dem Mess- und Eichwesen haltmachen. Die OIML hat hier eine besondere Verantwortung und kann als breites, internationales Netzwerk einen wichtigen Beitrag zur digitalen Umgestaltung der Prozesse im gesetzlichen Messwesen leisten. 

Und nicht zuletzt erwarten jene Mitgliedsländer Hilfe, in denen sich eine nationale Qualitätsinfrastruktur noch im Aufbau befindet. Hier gibt es gute Ansatzpunkte für eine verstärkte Zusammenarbeit mit der metrologischen Schwesterorganisation, dem Internationalen Komitee für Maß und Gewicht (CIPM), die ihren Sitz – wie auch die OIML – in Paris hat.